Wildes Geböller : Silvester-Video aus Neukölln sorgt für Aufsehen

Ein Video, das in der Silvesternacht in Neukölln aufgenommen wurde, sorgt für Aufruhr: Bürgerkriegsähnliche Zustände, Menschen, die mit Gaspatronen auf andere schießen. Auch wenn im Netz darüber spekuliert wird, ob das Video überhaupt authentisch ist, fordern Politiker jetzt Konsequenzen.

Bürgerkriegsähnliche Zustände in der Silvesternacht: Ein Video sorgt für Aufruhr.
Bürgerkriegsähnliche Zustände in der Silvesternacht: Ein Video sorgt für Aufruhr.Foto: Screenshot Youtube

Ein Videofilm über den unverantwortlichen Umgang mit Feuerwerkskörpern in Berlin-Neukölln sorgt für Aufsehen. Das knapp zweiminütige Werk, das Streetart-Künstler Peter Pink nach eigenen Angaben in der Silvesternacht auf der Hermannstraße aufgenommen hat und das auf der Internetplattform Youtube zu finden ist, zeigt bürgerkriegsähnliche Zustände: Menschen schießen mit Gaspatronen um sich, stürmen Hauseingänge. Ein Mann zielt mit einer Pistole auf einen Autofahrer, ein Junge lässt eine Feuerwerksrakete aus der Hand starten. Politiker von SPD, CDU und Grünen forderten in der Zeitung „B.Z. (Samstag) Konsequenzen.
 Innensenator Frank Henkel (CDU) wollte das Video nicht kommentieren. Sein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag: „Wir werden keine zusätzliche Werbung machen für einen Umgang mit Feuerwerkskörpern, der sehr bedenklich und nicht nachahmenswert ist.
Pink postete das Video am vergangenen Mittwoch zunächst auf seiner Facebook-Seite und kommentierte „für alle, die es nicht wissen, es geht ganz schön wild zu auf den Straßen. „taz.de" erklärte er, an Silvester privat auf einer Party in Neukölln gewesen zu sein und Fotos gemacht zu haben. „Aber als die angefangen haben mit Gaspatronen herumzuschießen, war ich geschockt."

 Silvester in Berlin fühle sich für ihn an wie Krieg, sagte Pink. Das habe er darstellen wollen. „Dieses Gefühl habe ich aber auch in anderen Stadtteilen, nicht nur in Neukölln."
Politiker erwägen Konsequenzen. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Robbin Juhnke, sagte der „B.Z".: „Wenn man feststellt, dass die geistige Reife nicht mit dem nötigen Verantwortungsbewusstsein mitwächst, sollte man darüber nachdenken, den Verkauf von Silvesterknallern stärker zu reglementieren und Kontrollen zu verschärfen. Sein SPD-Kollege Thomas Kleineidam forderte, zumindest Feuerwerkskörper mit besonders großer Sprengkraft zu verbieten.

Grünen-Innenexperte Benedikt Lux sieht Henkel in der Pflicht: „Der Innensenator muss handeln und darf nicht wegschauen. Wir brauchen auf den großen Plätzen zu Silvester eine große Polizeipräsenz, damit solche Zustände nicht derart entarten."

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