Wilhelmplatz : Wannsees Aschenputtel putzt sich raus

Im Oktober soll der sanierte Wilhelmplatz mit einem Fest eingeweiht werden. Privatleute und Bezirk hatten die Renovierung gemeinsam finanziert.

Auf die Kirche am Stölpchensee sind nicht nur Wannseer stolz. Sie ist ein architektonisches Schmuckstück, 1858 nach Plänen von Friedrich August Stüler gebaut. Aber der kleine öffentliche Platz direkt neben ihr, Teil des Wilhelmplatzes, war jahrzehntelang eine hässliche Schmuddelecke, flankiert von einem baufälligen alten Häuschen, recht verkrautet und auch als Parkplatz genutzt.

„Ein Aschenputtel Wannsees“, fand Hans Mühe von der „Initiativgruppe Wilhelmplatz“. Diese hatte angeregt, aus dem tristen Gelände einen wirklichen Begegnungsplatz zu machen, sich dabei finanziell beteiligt und das Lob des Bezirksamtes für beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement erhalten. Mit einem Bürgerfest soll in gut zwei Wochen die Eröffnung des neuen Wilhelmplatzes gefeiert werden.

An den Gesamtkosten von rund 12 000 Euro beteiligen sich das Bezirksamt und Wannseer Anleger etwa zur Hälfte. Die Behörde hatte frühzeitig darauf hingewiesen, dass es Geld für eine vollständige neue Platzgestaltung nicht gibt. So wurde das Projekt privat angeschoben. Es beteiligten sich unter anderem Vertreter des Gemeindekirchenrates, des Fördervereins der evangelischen Kirche in Wannsee, der Verein für Kultur und Geschichte in Wannsee, auch viele Anwohner und das Restaurant „Chopin“ gleich neben der Kirche. Den Anstoß für den Plan, aus dem tristen Eckchen einen Allzweck-Dorfplatz – vielleicht auch für einen Weihnachtsmarkt – zu machen, hatte der Grundstückskauf eines Architekten gegeben: Er durfte das baufällige alte ortstypische Häuschen trotz Denkmalschutzes abreißen, allerdings nur unter der Bedingung, es im alten Stil wiederaufzubauen. Damit hatte der kleine Platz zwischen der Kirche und dem Restaurant wieder einen ansehnlichen Rahmen erhalten.

Die Initiativgruppe fand, nun müsse zusätzlich gepflastert und die Fläche für ein kleines Straßencafé eingerichtet werden. Das Bezirksamt stimmte den Plänen zur Neugestaltung zu, es sei durch das Engagement der Anwohner geradezu motiviert worden, sich zu beteiligen, sagte Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD).

Anneliese Swarzenski, Mitglied des Kirchenrats, malte ein Bild, das nun vielerorts in Wannsee auf Plakaten und auf Postkarten zu sehen ist. Mit dem neuerbauten „alten“ Häuschen im Hintergrund, dem wirklich alten Haus mit Restaurant und dem Straßencafé zur Rechten und der schmucken Kirche zur Linken. Noch wird mitten auf dem Platz gepflastert. Aber spätestens am 7. Oktober soll alles fertig sein. Dann wird nach dem Erntedankfest rund um die Kirche (10 bis 15 Uhr) bis in den Abend mit dem Bürgerfest der neue Platz gefeiert. (C. v. L).

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