Berlin : Willkommen im Club

Bei der 5. Berliner Partynacht haben zwei neue Läden eröffnet

Mandy Schielke

Im „King Kong Klub“ in der Brunnenstraße darf auch der Barkeeper hinter die Plattenteller, im „Medias“ werden teure DJ’s aus Hamburg engagiert. Und auch ansonsten ist in den beiden Clubs fast alles unterschiedlich: die Leute, das Interieur und die Musik. Jedoch sind beide Läden neu und haben an diesem Wochenende pünktlich zur 5. Clubnacht eröffnet. Und die ist für Party-Leute das, was die „Lange Nacht der Museen“ für Kunstliebhaber ist: großes Angebot zum kleinen Preis. Elf Euro muss man für das blaue Bändchen zahlen, dass dem Käufer die Türen zu 30 Bars und Clubs der Stadt öffnet.

Im „King Kong Klub“ in der Brunnenstraße, nur ein paar Häuserblocks von der Grenze zum Wedding entfernt, läuft moderner Pop. Das Licht ist rot, an der Decke baumeln zwei silberne Diskokugeln und die Getränkekarte ist auf eine gefaltete A4-Kopie gedruckt. Marie Salomonsson aus Friedrichshain hat sich gerade ein großes Hefeweizen bestellt. „Der ,King Kong Klub’ ist die richtige Adresse, um warm zu werden, ein bisschen zu tanzen und in Party-Stimmung zu kommen“, sagt die 24-Jährige, die später noch weiterziehen will, „vielleicht ins ,Watergate’ oder ins ,Sternradio’. Denn auch diese Clubs sind bei der 5. Clubnacht dabei. Gegen zwei Uhr steht man im „King Kong Klub“ dicht gedrängt. An der Bar stehen schlanke Mädchen in engen Trainingsjacken und rauchen. Im Jargon der Clubbesitzerin heißt das Publikum „Mitte Nord“. Kathrine Ohland, die Chefin des Hauses, trinkt Sekt. „Die Clubnacht ist eine gute Gelegenheit für uns, um bekannt zu werden“, sagt Kathrine Ohland.

Auch das „Medias“ am Hackeschen Markt hat aufgemacht. Wer nicht von einem Taxifahrer vor der Haustür abgeliefert wird, wird den Club jedoch nicht gleich finden - auch wenn der durchgestylte Laden direkt unterm S-Bahnhof Hackescher Markt liegt. Aber wer kennt schon die Neue Promenade? So heißt die schmale Straße, die zum Hackeschen Markt hin durch die S-Bahn Bögen führt. Vor dem Eingang liegt ein roter Teppich, der unmissverständlich verrät, dass sich der Gast des „Medias“ vom durchschnittlichen Partygänger zu unterscheiden weiß. Drinnen konnte man am Sonntagmorgen in Ruhe das aufwändige Interieur, dunkles Holz, Sitzkissen aus rotem Samt und ein Salzwasseraquarium im Keller bestaunen, denn mehr als 15 Gäste waren nicht da. Die Jungs, die ich am Eingang treffe, wollten gleich in die nächsten Clubs: „Zuerst ins ,Oxymoron’ und später ins ,Casino’.“

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