• Wilmersdorf hat den Nikolsburger Platz, auf dem auch Kästners Roman spielte, rekonstruiert

Berlin : Wilmersdorf hat den Nikolsburger Platz, auf dem auch Kästners Roman spielte, rekonstruiert

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"Gänselieselbrunnen" in die Mitte gerücktCD

Der Schauplatz von Erich Kästners Kinderroman "Emil und die Detektive" aus den 20er Jahren ist jetzt, so schwärmt jedenfalls CDU-Baustadtrat Alexander Straßmeir, "endlich wieder so schön, wie Kästner ihn erlebt hat": Gestern wurde der Nikolsburger Platz zwischen Landhaus-, Nikolsburger und Trautenaustraße nach einer mehrmonatigen Rekonstruktion neu eröffnet. Die augenfälligste Veränderung betrifft den "Gänselieselbrunnen". Er wurde von seinem unauffälligen Standort am Rand des Platzes in dessen Mitte gerückt, die Bronzefiguren stehen in einem Rondell mit Rasen und Blumenbeeten.

Die Planung hatte schon unter Straßmeirs Amtsvorgänger, dem grünen Baustadtrat Uwe Szelag, begonnen. Die ursprünglich auf eine Million Mark geschätzten Kosten konnten um 150 000 Mark unterschritten werden. Beim Gänselieselbrunnen handelt es sich um eine vom Künstler Harald Haacke gestaltete Nachbildung im Wert von 200 000 Mark. Sie wurde dem Bezirk bereits 1988 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins von der Berliner Industriebank geschenkt, die mittlerweile zur Weberbank gehört. Der Originalbrunnen von Cuno von Uechtritz aus dem Jahre 1910 war im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen worden.

Der historische Nikolsburger Platz, an dem sich das Bezirksamt bei der Umgestaltung orientierte, stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Die Anlage ist nun deutlich grüner als in den vergangenen Jahrzehnten. Insgesamt wurden 4000 Quadratmeter entsiegelt und dabei auch unterirdische Reste der alten Nikolsburger Straße entfernt. Außerdem wurden neue Bäume gepflanzt und Sitzbänke aufgestellt. Stadtrat Straßmeir sagte, man wolle "den Anwohnern wieder einen Schmuckplatz anbieten", der zum Verweilen einlade, und die Umgebung der dortigen Cäcilien-Grundschule verbessern. Es gehe auch um Sicherheitsaspekte. Beim vorherigen Umbau in den 70er Jahren sei ein "verwinkelter, unübersichtlicher Platz" entstanden, auf dem es zunehmend Probleme mit Alkoholikern und Drogensüchtigen gegeben habe.

Der Nikolsburger Platz bildet ein Pendant zum nahen Prager Platz, von dem er durch die Bundesallee getrennt ist. Beide Anlagen gehören, zusammen mit dem Fasanenplatz und dem Nürnberger Platz, zur so genannten Carstenn-Figur in Wilmersdorf: Sie bilden Eckpunkte des städtebaulichen Entwurfs, den Johann Anton Wilhelm von Carstenn-Lichterfelde im vorigen Jahrhundert erarbeitete.

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