Berlin : Wilmersdorf will Räume nun auch vermieten - Sponsoren gesucht

CD

Im Krematorium Wilmersdorf an der Berliner Straße finden zwar seit zehn Jahren keine Einäscherungen mehr statt, aber weiterhin Trauerfeiern. Künftig sollen mehrere Räume auch für private oder gewerbliche Veranstaltungen vermietet werden - zum Beispiel für Kammermusik-Konzerte oder Empfänge. Laut Baustadtrat Alexander Straßmeir (CDU) kommen "alle Nutzungen, die nicht im Widerspruch zur Pietät stehen", in Frage.

Die Grundlage für die Pläne schuf jetzt ein Sponsor: Der Friedenauer Malermeister Bernd Molle versah die kleine Feierhalle mit rund 80 Sitzplätzen und die dazu gehörige Kondolenzhalle, die beide seit 20 Jahren nicht renoviert worden waren, mit frischen Farben. Statt Gelbtönen dominieren nun Weiß und ein zartes Hellblau. Hätte der Bezirk die Leistungen bezahlen müssen, wären rund 6500 Mark fällig geworden. Nun sucht Stadtrat Straßmeir weitere Sponsoren aus der Malerbranche oder andere Geldgeber, um auch die große Feierhalle "freundlicher" zu gestalten und den Kuppelbau mit bis zu 300 Plätzen dann ebenfalls gelegentlich zu vermieten. Nach Schätzung von Bernd Molle sind dort Arbeiten im Wert von etwa 30 000 Mark nötig. Der Malermeister war auf das Krematorium durch seine Nachbarin, die Sarg- und Urnendesignerin Marlies-Kathrin Föllmer, aufmerksam geworden. Diese hat schon eine ehemalige Blumenhalle gemietet, in der sie ihre Kreationen ausstellt.Das denkmalgeschützte Krematorium war 1915 bis 1922 nach Plänen des Stadtbaudirektors Otto Herrnring erbaut worden. Die Mietpreise für die Räume sind Verhandlungssache. Näheres unter Telefon: 86 41 26 77.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar