Berlin : Winson

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Mit Rammstein, Wir sind Helden und Bushido wurden dieses Jahr gleich drei Berliner Bands und Musiker mit dem Deutschen Musikpreis „Echo“ ausgezeichnet. Welche Künstler der Stadt als Nächstes groß raus kommen, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Aber man kann es versuchen: Der Tagesspiegel hat Manager von Berliner Plattenfirmen gefragt, welcher ihrer lokalen Künstler in den nächsten Monaten den Durchbruch schafft – oder es zumindest verdient hätte. Wie deren Musik klingt, kann man sich heute und morgen kostenlos im Internet anhören (siehe Infokasten rechts).

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Vielen Berlinern dürfte Winson schon bekannt sein. „Wovon lebt eigentlich Peter?“ hieß vor zwei Jahren sein erster kleiner Hit, damals noch im Berliner Szenejargon gesungen und mit der großartigen, unvergesslichen Songzeile „Schicket Auto! Schicket Auto, Alta!“. Vor kurzem ist sein neues Album „Frag die Richtigen Leute“ erschienen, mit dem wird er hoffentlich auch den Rest der Republik von sich überzeugen. Zumindest die Menschen in den Großstädten, denn er macht Großstadt-Musik, könnte man sagen. Marcus Winson kommt eigentlich aus Frankfurt am Main, lebt seit zwölf Jahren in Kreuzberg und stand lange in der Ankerklause am Landwehrkanal hinterm Tresen. Er ist ein „Songwriter“, aber kein typischer: Die Musik ist energiegeladen und mit Punkelementen und elektronischen Schleifen versetzt. Im Vergleich zu vielen anderen deutschsprachigen Künstlern, die es in den vergangenen Jahren nach oben in die Charts geschafft haben, ist Marcus Winson vielleicht etwas weniger massenkompatibel. Man muss schon zweimal hinhören, manche wahrscheinlich auch dreimal. Aber wer erst Zugang zu seinen Melodien und schrägen Texten gefunden hat, kann eine Menge Freude dran haben. Die nächste Gelegenheit kommt am 17. Mai. Da gibt er zusammen mit der Band „Der Dritte Mann“ ein Konzert im Frannz Club in der Kulturbrauerei.

Dietrich Eggert ist Chef des Kreuzberger Labels V2.

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