Berlin : Wintergarten unter neuer alter Leitung

Peter Schwenkow hat das Varieté verkauft

Matthias Oloew

Das Wintergarten-Varieté hat einen neuen Besitzer. Peter Schwenkow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Entertainment AG (DEAG) hat das Haus an der Potsdamer Straße für eine sechsstellige Summe verkauft – an den jetzigen Geschäftsführer des Theaters Georg Strecker. Dieser hat, um die nicht näher bezifferte Summe aufzubringen, Partner im Boot, über die er sich am Freitag allerdings ausschwieg. „Die Partner werde ich in einigen Wochen nennen“, so Strecker. Entertainment-Platzhirsche wie die Stage Entertainment, Falk Walter (Arena/Admiralspalast) oder der Spezialist für Tournee- Produktionen BB Promotion (derzeit mit den Trocks im Admiralspalast) sind es nicht. An der programmatischen Ausrichtung des Hauses, das 1992 eröffnet wurde, soll sich nichts ändern.

Ausschlaggebend für Schwenkow, das von ihm mitgegründete Varieté aufzugeben, ist die Ausrichtung seiner DEAG. Er will sich auf das Konzert- und Tourneegeschäft konzentrieren und in diesem Segment wachsen. „Ein Varieté bedeutet viel Arbeit und bindet große Kapazitäten innerhalb der Holding“, sagt Schwenkow und meint damit: Für die AG lohnt sich das Geschäft nicht mehr. „Der Wintergarten macht einen Umsatz von einer Millionen Euro pro Jahr“, so Schwenkow. Nach Abzug der Kosten bleibt zu wenig übrig, als dass diese Summe für die DEAG-Bilanz interessant sein könnte. Den AG- Umsatz will Schwenkow in diesem Jahr um 20 bis 25 Prozent steigern und den Gewinn verdoppeln. Auch sein Theater in Stuttgart will Schwenkow loswerden.

Strecker werde mit seiner viel kleineren Betreiberfirma das hart umkämpfte Unterhaltungsgeschäft besser und vor allem kostengünstiger organisieren können. „Wir haben dann Managementkapazitäten frei, die wir für die Expansion brauchen“, erklärt Schwenkow. Der Wintergarten verzeichnet nach Streckers Angaben im vergangenen Jahr bei rund 120 000 Besuchern eine Auslastung von 70 Prozent. Seit der Eröffnung waren geschätzt 2,5 Millionen Gäste da.

Strecker will „hochprofitabel“ werden und hat genügend Zeit, das Geschäft neu zu ordnen. Der Mietvertrag läuft noch bis 2020.

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