Berlin : Winterwetter: Autobahnen als Schleuderpiste

Claus-Dieter Steyer

Eine ungewöhnliche Erfahrung mit dem Winterwetter machten viele Autofahrer und Fußgänger am gestrigen Morgen in Brandenburg. Sie kamen dort am besten voran, wo die Räumdienste noch nicht ans Werk gegangen waren. Denn auf Schneeboden verfehlte der Regen seine Wirkung erheblich. Wo dagegen Schneepflüge die weiße Pracht weggeschoben hatten, verwandelte sich der Niederschlag sofort in eine Glatteisschicht. Da half selbst Sand nicht viel. Erst kräftige Salzmengen schafften Abhilfe.

Der Eisregen führte dennoch nicht zu chaotischen Verkehrsverhältnissen. Er verlängerte nur erheblich die Fahrtzeiten. Die Unfallzahlen blieben im Rahmen. Das Innenministerium registrierte zwischen 0 und 12 Uhr rund 116 Unfälle mit elf Verletzten. Im Südosten Brandenburgs kam am Sonntag abend allerdings eine Frau ums Leben, als sie mit ihrem Auto auf glatter Fahrbahn gegen einen Baum fuhr. Zu den meisten Unfällen wurden die Beamten im Bereich des Potsdamer Polizeipräsidiums gerufen. Von den hier zwischen Mitternacht und 8 Uhr registrierten 38 Unglücken mit drei Verletzten ereigneten sich 24 auf den Autobahnen. Vor allem Lastwagenfahrer gerieten mit ihren Trucks häufig ins Schleudern. Zu Behinderungen kam es dadurch unter anderem auf der A 2 Berlin-Magdeburg bei Wollin sowie auf der A 9 .

Rund acht Stunden musste die Autobahn A 12 Frankfurt (Oder) - Berlin zwischen den Ausfahrten Briesen und Fürstenwalde-Ost gesperrt werden. Gegen 1.30 Uhr war ein Lkw umgestürzt. Seine Ladung verteilte sich auf der ganzen Fahrbahn. Weitere zwei Lastwagen fuhren in die Hindernisse und verunglückten. Die Bergung erforderte schwere Technik, so dass der Verkehr von der Autobahn abgeleitet wurde.

Im öffentlichen Nahverkehr waren durch Schnee und Regen vor allem die Straßenbahnen in Potsdam beeinträchtigt. Gefrorene Oberleitungen verhinderten ein rechtzeitiges Ausfahren der Bahnen aus den Depots. Benutzer von Regionalzügen klagten am frühen Vormittag auf der Strecke Beeskow - Königs Wusterhausen über zugefrorene Türen.

Während sich die Straßenverhältnisse im Süden des Landes und im Berliner Raum in den Mittagsstunden normalisierten, kämpften in der Uckermark und in der Prignitz Räumfahrzeuge noch gegen Verwehungen. Teilweise türmte sich der Schnee rund einen Meter hoch.

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