Winterwetter ohne Sonne : Im Norden von Berlin sind die Tage kürzer als im Süden

Die längsten Nächte des Jahres kommen - bis es nach dem Winteranfang ab Samstag wieder heller wird. Dabei sind die Tage in den nördlichen Bezirken sogar noch ein bisschen kürzer als im Berliner Süden.

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Schöner Schein. Am Freitag schaffte es die Sonne nur im Stadtzentrum und den nördlichen Bezirken durch den Nebel. Aber der Montag soll überall schön werden. Foto: dpa
Schöner Schein. Am Freitag schaffte es die Sonne nur im Stadtzentrum und den nördlichen Bezirken durch den Nebel. Aber der Montag...Foto: dpa

Sechsmal werden werden wir noch wach, bis die Tage wieder länger werden. Denn der kalendarische Winteranfang am Freitag bedeutet zugleich den kürzesten Tag des Jahres: Nur 7 Stunden und 40 Minuten kann die Sonne theoretisch scheinen. Praktisch … ach, lassen wir das. Winteranfang ist der Tag, an dem sie uns am fernsten und (wegen der nicht senkrechten Erdachse) am schwächsten scheint, weil ihr Einstrahlungswinkel so spitz ist. Um den Sommeranfang am 21. Juni sind die Tage etwa doppelt so lang – und das Wetter mindestens dreimal so schön.

Ab in den Süden? Klar, von Frohnau nach Düppel

Wer sich nach mehr Licht sehnt, muss bekanntlich nach Süden reisen. Zum Beispiel von Frohnau nach Düppel oder von Karow nach Schmöckwitz. Kein Witz: Die knapp 40 Kilometer Ausdehnung von Berlin ergeben tatsächlich zwei, drei lichte Minuten mehr im Süden. Wer’s nicht glauben mag, soll an die Ostsee fahren: Auf Usedom, 200 Kilometer nördlich von Berlin, ist der Tag noch eine Viertelstunde kürzer – und im 200 Kilometer südlich gelegenen Leipzig etwa zwölf Minuten länger.

Dass der Norden im Winter nicht automatisch schlechter dran ist, zeigte sich am Freitag: Überraschend schnell verzog sich morgens der Nebel in den nördlichen Bezirken, so dass die Sonne durchkam und die Luft sich auf etwa vier Grad plus erwärmen konnte. In den südlichen Bezirken dagegen blieb die Suppe hängen – und mit ihr das Thermometer, das gerade ein Grad plus zeigte.

Nach Auskunft von Norbert Becker-Flügel vom Wetterdienst Meteogroup war der Nebel der vergangenen Tage nur wenige hundert Meter dick. Gut möglich, dass auf die Antenne des Fernsehturms stundenlang die Sonne schien. Doch deren Energie reicht in diesen Tagen nicht, um die kalte und daher schwere Luft am Boden so weit aufzuheizen, dass sie aufsteigt. Also blieb die, mit Feuchtigkeit gesättigt, unten kleben.

Der Sonntag wird noch mal grau, aber am Montag soll die Sonne scheinen – bei fast zehn Grad! Ein steter Südwind macht’s möglich. Und lässt zugleich die Chancen auf weiße Weihnachten dahinschmelzen.

Die Wetteraussichten finden Sie auf unserer Tagesspiegel-Wetterseite unter diesem Link.

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