Berlin : Wir bezahlen!

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VON TAG ZU TAG

Gerd Nowakowski über

altbekanntes Neues zum Bankenskandal

Beim Thema Bankgesellschaft hat man sich das Wundern längst abgewöhnt. In diesem Geldhaus scheint alles möglich gewesen zu sein. Nun auch dies: Der Chef der Immobiliengesellschaft durfte Millionengeschäfte auf eigene Rechnung machen. Ganz legal – mit Billigung der Unternehmensspitze. Die Aufsichtsräte stimmten jedem Geschäft zu. Interessenkonflikte sahen weder die UnternehmensKontrolleure noch der Nutznießer selbst. Der Vorgang illustriert vor allem, welche Selbstbedienungsmentalität in dem Bankhaus herrschte. Moralische Bedenken gingen dabei ebenso unter wie jeder Gedanke daran, dass es ein landeseigenes Unternehmen war, an dem man so trefflich verdiente. In diesem Klima wurden teure Villen zu billig an Vorständler vermietet – denen ein Gehaltsaufschlag bewilligt wurde, als der Rechnungshof höhere Mieten durchsetzte. Und persönlich haftende Gesellschafter konnten unbemerkt ihre Risikoübernahme begrenzen, ohne dass dies ihre Kunden erfuhren. Legal war fast alles, legitim ist es dadurch längst nicht. Vor allem nicht, weil die Berliner für das Milliarden-Debakel zahlen. Die Eltern, die Schulbücher zahlen, die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, denen das Urlaubsgeld gestrichen wurde – sie alle können sich bei der Bankgesellschaft bedanken.

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