Berlin : Wir Flaneure

Schlendern Sie mit uns los. Lernen Sie Ihre Stadt von ganz anderen, spannenden Seiten kennen – bei acht neuen Touren unserer Serie „Spaziergänge durch Berlin“. Ab morgen im Tagesspiegel

Christoph Stollowsky,Matthias Oloew

Die Berliner – ein Volk von Flaneuren? Kurt Tucholsky hätte sie eher als Hektiker bezeichnet. „Der Berliner hat keine Zeit“, schrieb der Dichter 1919, „… Er hat immer etwas vor … und sehr viel zu tun.“ Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Gepflegt wird in Berlin auch die Kunst des Schlenderns; das Vergnügen, in der eigenen Stadt kleine Entdeckungsreisen zu unternehmen.

Franz Hessel, wohl der populärste Berliner Flaneur, hat das schon in den späten Zwanzigerjahren in seinem Buch „Spazieren in Berlin“ beschrieben. Doch Flaneur wird man nicht aus heiterem Himmel; am besten schlendert man mit verlockenden Tipps und Tourenvorschlägen los. Deshalb hat der Tagesspiegel schon im Sommer 2003 acht Stadtspaziergänge auf Karten veröffentlicht, die unserer Zeitung beilagen. Tausende Leser machten sich auf und waren begeistert. Jetzt setzten wir die Serie fort – mit einem Paket neuer Spaziergänge durch Berlin. Ab morgen im Tagesspiegel.

Acht weitere, erlebnisreiche Touren hat ein Team von Redakteuren und Mitarbeitern für Sie persönlich erkundet und auf übersichtliche Karten gebracht mit einer detaillierten Wegbeschreibung und viel Service – diesmal gefaltet im handlichen DIN-A6-Format. Mit denen können sich auch ungeübte Stadtwanderer einen wunderschönen Tag machen – wann immer sie wollen.

Sieben bis zehn Kilometer sind alle Spaziergänge lang, ein gemütliches Tagespensum. Doch es gibt auch Abkürzungen und Verlängerungen – und natürlich Gelegenheiten für Päuschen. Cafés und Biergärten, die uns gut gefielen, Sehenswürdigkeiten oder Picknick- und Badeplätze haben wir markiert und beschrieben.

Die erste Karte finden Sie am morgigen Sonntag in Ihrer Zeitung, ergänzt durch eine Sonderseite im Lokalteil mit Infos und Geschichten vom Wegesrand. Die weiteren Karten liegen dann jeweils mittwochs und freitags am 18., 20., 25. und 27. August bei sowie am 1., 3. und 8. September. Zum Auftakt laden wir Sie zu einer kombinierten Fuß- und Schiffstour durchs „maritime Berlin“ ein. Später zeigen wir Ihnen Gustav Lilienthals Burgen im „bürgerlichen Berlin“ und führen Sie in den unbekannten, oft verkannten fernen Osten der Stadt. Sie folgen den Spuren von Gaunern und Verbrechern im „gefährlichen Berlin“ und spazieren durchs Berlin der Diplomaten an der halben Welt vorbei. Oder wir schauen uns im malerischen Berlin um – zwischen Galerien, Graffiti und Kunstmuseen.

Auch eine Nachttour ist dabei. Auf Straßen, in denen sich immer was tut, und Brücken, auf denen man immer was sieht. Zum Beispiel auf der Friedrichsbrücke in Mitte, der richtige Ort für Sekt im Pappbecher, weil Berlin hier in der Abendsonne besonders romantisch ist.

So erleben Sie Ihre Stadt von ganz anderen, neuen Seiten. Das ermöglichten wir schon im vergangenen Jahr mit Spaziergängen ins stille Berlin, ins vornehme, junge, industrielle, grüne, proletarische oder türkische Berlin und ins neue Potsdam. Damals veröffentlichten wir die Touren 1 bis 8; nun setzen wir unsere Serie mit den Spaziergängen 9 bis 16 fort.

Übrigens: Die meisten Strecken lassen sich auch gut radeln. Dem Flaneur par excellence, Franz Hessel, hätte das aber vermutlich nicht gefallen. „Langsam durch belebte Straßen zu gehen“, schreibt er, „ist ein besonderes Vergnügen…“

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben