• Wir machen Musik, da geht Euch der Hut hoch - wie das Opernhaus sein Publikum besser kennenlernen will

Berlin : Wir machen Musik, da geht Euch der Hut hoch - wie das Opernhaus sein Publikum besser kennenlernen will

Frederik Hanssen

Das kennt man sonst nur vom berühmten Pferderennen in Ascot: Hüte, die aussehen, als würden Pfauen ihre Räder schlagen. Mit solchen Kopfbedeckungen fällt man auf - und genau das wollen Katharina Langsch, die neue Marketingleiterin der Deutschen Oper, und ihre Helfer auch. Wenn die Besucher des Opernhauses an der Bismarckstraße sich den gut Behüteten dann neugierig nähern, bekommen sie einen Fragebogen und einen Kugelschreiber in die Hand gedrückt. "Wir wünschen uns, dass sich die Zuschauer in der Deutschen Oper wohl fühlen", sagt die junge Marketingfachfrau über das Ziel der Aktion, die den ganzen Monat März über an insgesamt elf Terminen stattfindet.

Dabei geht es ihr allerdings nicht um eine Bewertung der künstlerischen Arbeit an dem Haus, sondern um das "Drumherum" eines Opernbesuchs: Wann und wo sich die Gäste der Deutschen Oper über das Programmangebot informieren, wie sie ihre Karten kaufen und was sie vom Service an der Garderobe oder an den Pausenbüffets halten, möchte Katharina Langsch wissen. Wer will, darf den Fragebogen aber auch als Kummerkasten benutzen: Unter der Rubrik "Was sie der Deutschen Oper schon immer sagen wollten" ist viel Raum für Notizen. Als Lohn für ihre Mühe können die auskunftsfreudigen Ausfüller übrigens an einer Verlosung teilnehmen, bei der es unter anderem ein Abonnement zu gewinnen gibt.

Mit Hilfe der Fragebögen, die in den großen Körben der Hutträger landen, will sich die Deutsche Oper für die Zukunft fit machen. Wenn Udo Zimmermann das Haus im Jahr 2001 vom jetzigen Generalintendanten Götz Friedrich übernimmt, soll sich die Deutsche Oper inhaltlich wie optisch in einem neuen, zeitgemäßen Gewand präsentieren. Da kann es dem neuen Hausherren nur nützlich sein, ganz genau zu wissen, was seine zahlenden Gäste von einem Besuch in der Deutschen Oper erwarten. Denn für das Publikum wird das ganze Theater ja schließlich veranstaltet.

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