Berlin : Wird gemacht

Mitarbeiter des Total-Konzerns beeindrucken mit ihrem Einsatz – auch die Jury der Mendelssohn-Medaille.

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Frohes Fest. Schneemann Olaf aus „Die Eiskönigin“ hilft als Benefiz-Figur. Foto: dpa
Frohes Fest. Schneemann Olaf aus „Die Eiskönigin“ hilft als Benefiz-Figur. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Soziales Unternehmertum wird in Berlin gelebt: „Corporate Social Responsibility“, das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen, nimmt zu. Für einige Berliner Betriebe gab es dafür die von Handwerkskammerpräsident Stephan Schwarz und dem Chef der Industrie- und Handelskammer Eric Schweitzer gestiftete Mendelssohn-Medaille. In loser Folge stellt der Tagesspiegel nun auch jene Unternehmen vor, die in die engere Auswahl kamen – als Motivation und Anregung.

Rentier Sven und Schneemann Olaf haben einen Auftrag: den Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) unterstützen. Die Charaktere aus dem Disney-Weihnachtsfilm „Die Eiskönigin“ liegen bundesweit als Plüschfiguren in Tankstellen aus. Zum Selbstkostenpreis verkauft sie der Tankstellen-Betreiber Total – 50 Cent gehen pro verkauftes Kuscheltier an den DKSB. Allein vergangenes Jahr kamen durch diese Aktion gemeinsam mit firmeninternen Spenden 100 000 Euro zusammen. Doch das ist längst nicht alles.

Das soziale Engagement des Mineralölunternehmens Total Deutschland GmbH mit Sitz in Berlin ist seit vielen Jahren in der Firmenphilosophie verankert. Den Fokus legt das Unternehmen auf benachteiligte Kinder und Jugendliche. „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass insbesondere junge Menschen, die in einem schwierigen Umfeld aufwachsen, eine faire Chance für einen erfolgreichen Start ins Leben haben“, sagt Geschäftsführer Hans-Christian Gützkow. In Berlin gehören zu den unterstützten Projekten das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk für junge Menschen mit Behinderung, der Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi, das Integrationsprojekt Morus 14 sowie das Mentorprojekt „Kein Abseits! e. V.“, das auch schon von der Weihnachts-Spendenaktion des Tagesspiegels unterstützt wurde.

Alle Total-Mitarbeiter werden motiviert, sich am jeweiligen Sitz für die sozialen Projekte starkzumachen. Dabei zählt nicht nur der Griff in die Geldbörse. „Wir wollen auch, dass unsere Mitarbeiter daran aktiv mitwirken“, sagt Gützkow. Etwa als das Unternehmen vor einem Jahr an den Hauptbahnhof zog – die Teilnehmer eines Führungskräfteseminars halfen einen Tag in einem sozialen Projekt am neuen Standort. Sie renovierten einen Moabiter Spielplatz mit, pflegten einen Schulgarten, machten Frühstück in einer Einrichtung für Drogenabhängige. Dem Konzern hilft das im Gegenzug, sich am Standort zu etablieren. Total profitiert auch vom Zusammenhalt der Mitarbeiter, der durch die Teamaktionen entsteht.

Auch Mitarbeiterin Sinem Turaç dachte an ihren Arbeitgeber, als sie mit ihrer Freundin Gloria Amoruso nach Unterstützung für die Idee zu einem Mentorprojekt für Schüler aus Einwandererfamilien suchte. Sie bekamen einen Termin bei Geschäftsführer Gützkow. Schon dass sie mit ihrem Anliegen ernst genommen wurden, bestärkte die beiden damals 21-Jährigen. Mit mehr als 50 000 Euro hat Total inzwischen den Verein „Kein Abseits!“ der beiden 25-Jährigen unterstützt, der gerade zum Förderprojekt der Aktion Mensch ernannt wurde. Auch tatkräftig haben Total-Mitarbeiter schon angepackt: beim Streichen von Räumen, gemeinsamen Essen und Vorträgen zur Berufsorientierung. „Man merkt, wie es bei Total wirklich darum geht zu helfen – nicht nur darum, sich einen Namen zu machen“, sagt Amoruso. Zum Umzug nach Berlin gab es eine große Veranstaltung, darunter ein Fußballparcours von „Kein Abseits!“, Stummfilmvertonung von Morus 14 und artistische Einlagen von Cabuwazi – mit dem zweitägigen Bühnenprogramm bedankten sich die Initiativen für die Hilfe. Franziska Felber

Mehr Informationen: www.ihk-berlin.de/fvm, www.hwk-berlin.de/

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