Berlin : Wirtschaftshilfe im Geheimen

Zentrale Anlaufstelle arbeitet schon, aber keiner hat’s gemerkt

Sabine Beikler

Bei dem Wort „One Stop Agency“ stöhnt die Berliner Wirtschaft auf. Seit Jahren verspricht der Senat diese zentrale Anlaufstelle für Unternehmer, die bei Behördengängen und umständlichen Genehmigungsverfahren helfen soll. Jetzt ging alles so schnell, dass es kaum jemand gemerkt hat: Am 1. April hat die „Zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für Unternehmen“ (ZAK) in der Wirtschaftsverwaltung ihre Arbeit aufgenommen. Offensichtlich war man dort davon selbst überrascht: „Aus Zeitgründen“ sei man noch nicht dazu gekommen, ZAK publik zu machen, sagte gestern Wirtschaftsstaatssekretär Volkmar Strauch.

Acht Beschäftigte kümmern sich um die Belange von Unternehmern. Im Gegensatz zur ehemaligen „Investorenleitstelle“ hat der Senat per Beschluss der ZAK „Koordinierungsmacht“ gegeben: Termine festlegen, Fristen setzen und Entscheidungen erwirken – wenn es sein muss, auch über die Köpfe der Verwaltungen hinweg. Bei Streitigkeiten zwischen Hauptverwaltungen kann der Senat die Entscheidung von sich aus treffen. Können sich Bezirks- und Hauptverwaltungen nicht einigen, kann „im Einzelfall“ ebenfalls der Senat entscheiden.

Die ZAK als Anlaufstelle für Unternehmer ist ein Teil der zweistufigen „One Stop Agency“: Die Akquise von Firmen im Ausland sollen künftig die Wirtschaftsförderung und die Berliner Absatzorganisation (BAO) übernehmen. Nach der gescheiterten Übernahme der BAO durch die Investitionsbank Berlin ist unklar, wie die Unternehmen zusammenarbeiten werden.

Die Zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle: Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie, Martin-Luther-Straße 105, 10820 Berlin, Tel: 9013 7355

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