Berlin : Wissenschaft des Sparens

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Vor drei Jahren schockierte Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin die drei großen Berliner Universitäten mit einem neuen Sparplan: 300 Millionen Euro sollten sie ab 2005 dauerhaft einsparen, was der Schließung von anderthalb Universitäten entsprochen hätte. Dabei hatten Berlin Unis bereits in den zehn Jahren zuvor umgerechnet 500 Millionen Euro gespart: Die Universitäten hatten damals bis zu 50 Prozent ihrer Professuren abgebaut, Berlin hatte 30 000 seiner damals 115 000 Studienplätzen verloren.

Den Universitäten gelang es, die ursprünglich von Sarrazin gewollte Summe auf 75 Millionen Euro herunter zu handeln. Bis 2009 sinkt ihr Landeszuschuss von 945 Euro im Jahr 2005 auf 870 Millionen Euro. Außerdem mussten sie eine einmalige Zahlung von 54 Millionen Euro zur Konsolidierung des Landeshaushaltes leisten. Dies ist die Situation der Universitäten: bis zum Jahr 2009 müssen etwa 220 Professuren eingespart werden. Die Zahl der Studienplätze in der Hauptstadt sinkt weiter. Von 85 000 ausfinanzierten Plätzen für 140 000 Studierende werden künftig noch 5000 bis 10 000 entfallen.

Die Politiker der rot-roten Regierungskoalition erklären trotz der neuen Sparvorgaben, Hochschule und Wissenschaft hätten in Berlin Priorität. Die Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, Annette Fugmann-Heesing, sprach sogar von einem „sensationellen Erfolg für die Wissenschaftslandschaft in Berlin“. akü

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