Berlin : Wittenau: Kripo ermittelt gegen Hausmeister

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Nach dem verboteten Gifteinsatz hat an der Rathauspromenade die Sanierung des verseuchten Geländes begonnen. Auf rund 200 000 bis 500 000 Mark schätzt Bernd Paul, Vorstandsmitglied bei der Wohnungsbaugenossenschaft Reinickes Hof, die Kosten. Gegen den verantwortlichen Hausmeister hat er arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet. Die Kripo ermittelt wegen des Verdachts einer Straftat, vom Umweltamt droht ein Bußgeld. "Für uns ist das eine einzige Katastrophe", sagte Pual. Er hofft, dass die Haftpflichtversicherung der Genossenschaft für den entstandenen Schaden aufkommt.

Wie berichtet, hatte der Hausmeister die Chemikalien offenbar zur Unkrautbeseitigung auf dem an eine Kindertagesstätte grenzenden Randstreifen der Siedlung versprüht. Dabei war das Gift auch auf das Kitagrundstück geweht worden. Nach vorläufigen Erkenntnissen handelt es sich um Stoffe, deren Einsatz bereits seit Mitte der 80er Jahre verboten ist, sagte Paul. Laut Umweltstadtrat Thomas Gaudszun ähnelt die Zusammensetzung dem im Vietnamkrieg eingesetzten Entlaubungsmittel "Agent Orange". Gerüchten zufolge soll das Gift aus dem Ostteil der Stadt stammen. Von den DDR-Behörden waren Pflanzenvernichtungsmittel zum Freihalten des Todesstreifens an der Mauer eingesetzt worden.

Der Hausmeister habe gegen klare Anweisung gehandelt, sagte Bernd Paul gestern. Danach ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bereits seit 1997 grundsätzlich untersagt, Ausnahmen muss der Vorstand genehmigen. Erdreich, Sträucher und zwei Bäume müssen jetzt beseitigt und als Sondermüll entsorgt werden. "Wir versuchen, das so schnell wie möglich in Ordnung zu bringen", so das Vorstandsmitglied. Die beauftragte Firma habe zugesagt, auch am Himmelfahrtstag und am Sonnabend zu arbeiten. Die Kindertagesstätte ist bis dahin geschlossen, die rund 200 Kinder bleiben zu Hause oder werden in anderen Einrichtungen betreut.

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