Berlin : WM 2006: Das Fußballfest beginnt in Berlin

Sportsenator Klaus Böger bestätigt: Die Weltmeisterschaft startet mit einer großen Feier in der Hauptstadt – einen Tag vor dem Eröffnungsspiel in München

Werner van Bebber,Holger Wild

Von Werner van Bebber

und Holger Wild

Die Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 soll in Berlin offiziell gefeiert werden. Das bestätigte Sportsenator Klaus Böger dem Tagesspiegel. Er habe lange mit Innenminister Otto Schily über die Möglichkeit gesprochen, eine Eröffnungsfeier in Berlin zu veranstalten. „Es freut mich, dass Schily das jetzt offiziell gemacht hat“, sagte Böger am Sonnabend. Zu Einzelheiten der WM-Eröffnungsfeier wollte Böger nur sagen, dass sie auf dem Pariser Platz und auf der Straße Unter den Linden stattfinden solle.

Schily, der für die Sportförderung in Deutschland zuständig ist, hatte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gesagt, dass es „voraussichtlich“ ein Eröffnungsfeier gebe werde, „die in Berlin stattfinden soll“. Darüber habe er auch mit dem Fifa-Präsidenten Joseph Blatter gesprochen, „der auch der Meinung ist, dass für die Eröffnungsfeier selbstverständlich die deutsche Hauptstadt der geeignete Platz ist“. Das sei „so gut wie entschieden“, sagte Schily weiter, es wurde jedoch noch kein formeller Beschluss gefasst. Er sei jedoch der Überzeugung, dass eine solche Feier in Berlin stattfinden solle, und zwar „einen Tag vor dem Eröffnungsspiel“. Auch Franz Beckenbauer als Chef des deutschen Organisationskomitees sei „so souverän, dass er Berlin den Vorrang geben kann“, sagte der Bundesinnenminister Otto Schily. Das Eröffnungsspiel der WM wird am 9. Juni 2006 in München stattfinden – weshalb die Stadt auch für einen Eröffnungsfeier im Gespräch war. „Die logistische Herausforderung, dass danach viele von Berlin nach München reisen, werden wir lösen“, sagte Schily der „Süddeutschen“. Sportsenator Böger zeigte sich etwas überrascht davon, dass Schily die Pläne über die WM-Eröffnungsfeier schon bekannt gegeben hat. Dass Berlin die Feier ausrichten soll, sei „wirklich schön“, sagte Böger. Über die Kosten sei nicht gesprochen worden. Es handele sich bei der Feier um eine Zusatzleistung der WM-Organisatoren, die auch für die Kosten aufkommen würden.

Bereits sicher ist, dass in Berlin – wie in München, Dortmund und Stuttgart – sechs Spiele der WM ausgetragen werden: Neben dem Finale hat die Fifa vier Gruppenspiele im Olympiastadion angesetzt (am 12., 15, 20., und 23. Juni), dazu ein Viertelfinal-Spiel (am 30. Juni) Sicher ist auch, dass die deutsche Mannschaft eines ihrer Gruppenspiele in Berlin bestreiten wird.

Möglicherweise wird auch Brasilien live im Olympiastadion zu sehen sein: Wenn die Fifa entscheidet, dass das Eröffnungsspiel in München nicht vom Gastgeber Deutschland, sondern vom Titelträger bestritten wird – dann wird Brasilien laut Spielplan auch in Berlin auftreten.

Zu der Eröffnungsfeier in Berlin könnte auch der große WM-Ball wieder in die Stadt kommen, der bis Anfang November auf dem Pariser Platz stand. Gegenwärtig steht er in Frankfurt am Main, anschließend reist er weiter durch alle WM-Spielorte. Geplant war, dass der Ball zur Eröffnungsfeier in München stehen sollte, zum Finale wieder in Berlin. Doch wenn die Feier hier stattfindet?

Knapp tausend Tage sind es bis dahin. Wie lange genau sollen die Berliner bald an zentralen Plätzen sehen können: Der Senat plant, dort „WM-Uhren“ aufzustellen; eine gibt es schon im Olympiastadion. Sie zählt rückwärts: Sekunde für Sekunde bis zur WM.

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