• WM sollte mit Dylan und Fontäne starten Details der geplatzten Eröffnungsfeier bekannt

Berlin : WM sollte mit Dylan und Fontäne starten Details der geplatzten Eröffnungsfeier bekannt

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An dem genauen Plan, wie das gemeine Fußballvolk am Brandenburger Tor die Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft begehen wird, bastelt der Senat. Nun nimmt eine Feier mit den Offiziellen des Fußballweltverbandes Fifa und des deutschen WM-Organisationskomitees, darunter deren Spitzenvertreter Joseph Blatter und Franz Beckenbauer, Formen an: Am 6. Juli will der Regierende Bürgermeister im Technikmuseum am Gleisdreieck einen Empfang für etwa 500 geladene Gäste geben. „Das Datum steht, der Ort ist sehr wahrscheinlich“, sagte Senatssprecher Michael Donnermeyer.

Zudem ist nun das Programm der inzwischen abgesagten Eröffnungsgala bekannt, das zuvor streng geheim gehalten wurde. Bisher wusste man nicht viel mehr als das: Die Eintrittskarten sollten zwischen 100 und 750 Euro kosten, und André Heller, der künstlerische Leiter, versprach ein großes Spektakel. Jetzt kann man sich vorstellen, was Heller vorhatte. Denn Hellers Team hat diese Ideen den 13 000 Freiwilligen, die an der Gala mitwirken wollten, in einem Brief mitgeteilt.

Gegen 22 Uhr soll es am 7. Juni, dem geplanten Gala-Tag, dunkel werden – der Einsatz für Opernsängerin Jessey Norman. Sie sollte die Gala mit „Dich, teure Halle, grüße ich“ aus Richard Wagners Tannhäuser eröffnen. Mit Hilfe einer Hebebühne und eines speziellen Kostüms hätte sie sich währenddessen in eine 16 Meter große Riesin verwandelt. Im ersten Showteil hätte eine Parade von Figuren „die deutsche Geschichte thematisiert“, wie es in dem Brief heißt. Eine schräge Runde wäre das geworden. Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Marlene Dietrich, Heino und der Struwwelpeter, Ludwig II. an der Hand Richard Wagners. Und dazu der verhüllte Reichstag. Außerdem sollte auf einem spielfeldgroßen LED-Bildschirm ein Film über das zerstörte Berlin, Szenen aus Charlie Chaplins „Großem Diktator“ und der Aufmarsch einer Roboterarmee mit Monitorköpfen gezeigt werden.

Für die offizielle Zeremonie hatte Heller alle sechs noch lebenden Friedens-Nobelpreis-Trägerinnen eingeladen, um Wasser aus ihrer Heimat nach Berlin zu bringen. „Eine kräftige Fontäne aus diesem Wasser hätte eine sieben Meter große Kugel emporgestemmt“ – ein schwebender Globus, der sich langsam in einen Fußball verwandeln sollte. Im Anschluss war eine halbstündige Weltmusikrevue geplant, produziert von Peter Gabriel. Dann: Auftritt Bob Dylan, Feuerwerk, Auftritt des chinesischen Starpianisten Lang Lang. Der Senat scheint nicht verzaubert. „Schnee von gestern“, sagte Senatssprecher Donnermeyer. Vielleicht aber ist das eine oder andere Show-Element bei der Eröffnungsfeier in München zu sehen. mne

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