WM-Tagebuch : Es war ein tolles Gefühl

Carsten Schlangen über seinen

spannenden Lauf im Olympiastadion

Das war also mein Wettkampf, Vorlauf über 1500 Meter. Ich muss sagen, es war schon ein tolles Gefühl, als ich im Olympiastadion an der Startlinie stand und der Stadionsprecher meinen Namen aufgerufen hat. Da war so unglaublich viel Spannung zu spüren. Nach 800 Metern bin ich dann mal in Führung gegangen, um das Tempo hochzuhalten. Sofort haben die Zuschauer Stimmung gemacht. Meine Kräfte haben leider nur bis 250 Meter vor Schluss gereicht, deshalb bin ich nicht weiter gekommen in die nächste Runde. Ich hatte einfach nichts mehr zuzusetzen. Seit einigen Wochen laboriere ich an einer Knochenhautentzündung an der Wade. Das tut beim Laufen tierisch weh und ich konnte in letzter Zeit kein richtiges Lauftraining mehr machen, sondern nur noch Rad fahren. Natürlich bin ich jetzt enttäuscht, und es tut mir auch leid für die Zuschauer. Ich wäre gerne nochmal gelaufen. Wegen meiner Schmerzen stand mein Start vor drei Tagen noch auf der Kippe, der Körper hat eben Grenzen. Deshalb bin ich froh, dass ich das hier überhaupt erleben durfte. Dieses Gefühl hier kann mir keiner mehr nehmen. Auf der Bahn habe ich auch gar nicht gemerkt, dass das Stadion nicht voll war. Die Zuschauer haben mich nach vorn gedrückt, noch mehr als beim Istaf. Für mich geht jetzt die WM trotzdem irgendwie weiter, ich werde noch etwas draus machen.

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