Berlin : Wo es nicht nur zu Silvester blitzt Die Polizei stellt drei

neue Kontrollgeräte auf.

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Auf Berlins Straßen blitzt es künftig häufiger. Die Polizei hat im Dezember drei neue Superblitzer aufgestellt, die nicht nur beim Überfahren einer roten Ampel auslösen, sondern auch bei zu hohem Tempo. In Charlottenburg am Nikolaus-Groß-Weg und in Reinickendorf am Hermsdorfer Damm/Ecke Waidmannsluster Damm wurden die silbernen „Poliscan“-Säulen schon scharf geschaltet. Das Gerät in Wilmersdorf an der Bundesallee/Ecke Nachodstraße soll in wenigen Tagen folgen. Damit hat sich die Zahl der Säulen von vier auf sieben fast verdoppelt. Auffallend ist, dass an der Bundesallee nun zwei Geräte im Abstand von 400 Metern stehen, beide in Fahrtrichtung Zoo. Die Kreuzung Bundesallee / Hohenzollerndamm / Nachodstraße war in der letzten Unfallbilanz der Polizei berlinweiter Spitzenreiter bei Rotlichtunfällen: 15 Mal krachte es deshalb dort.

Die Säule an der Bundesallee/Ecke Güntzelstraße war im November 2011 die erste in Berlin. Die von der Wiesbadener Firma Vitronic entwickelten Geräte revolutionierten in Berlin die veraltete und störanfällige Technik. Bislang wurden Rotlichtsünder noch auf einem Schwarz-Weiß-Film festgehalten. „Poliscan“ arbeitet digital, die Daten werden direkt in die Bußgeldstelle in Mitte überspielt, die fälligen Bescheide an die Sünder dort vollautomatisch erstellt.

Neu an den Säulen ist, dass sie nicht nur mehrere Fahrspuren gleichzeitig abdecken, sondern auch bei Geschwindigkeitsüberschreitungen auslösen. „Alle, die bei Gelb durchhuschen wollen, erwischen wir“, hatte der Chef der Verkehrspolizei bei der Installation der ersten Säule formuliert. Denn viele Fahrer drücken aufs Gaspedal statt auf die Bremse – die Quittung kommt per Post.

Wie berichtet sollen die alten analogen Rotlichtblitzer nach und nach von neuen Säulen abgelöst werden, die beides können. Die Einnahmen dürften also deutlich steigen. Ein Beispiel ist die Säule am Halleschen Ufer/Ecke Schöneberger Straße: Das im März neu aufgestellte Gerät erfasste seitdem monatlich im Schnitt 370 Rotlichtsünder – aber 2200 Raser. Eine neue Säule kostet etwa 100 000 Euro. 2012 spülte die stationäre Tempoüberwachung 3,2 Millionen Euro in die Kasse. Und auch wer vor den festen Blitzern bremst, kann Pech haben. Am Sonntagvormittag blitzte eine Zivilstreife wenige hundert Meter vor der Säule am Halleschen Ufer. Jörn Hasselmann

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