Wo man in Berlin Abkühlung finden kann : Hier ist es kühl!

Es ist heiß in Berlin - fast 40 Grad. Ist es Ihnen zu voll und zu trubelig am See oder im Schwimmbad? Es geht auch anders - wir empfehlen ihnen coole Orte in Berlin.

Alexander Haneke
Er mag es kühl und wenn sie es auch kühl mögen, sollten Sie ihn besuchen: Den Pinguin.
Er mag es kühl und wenn sie es auch kühl mögen, sollten Sie ihn besuchen: Den Pinguin.Foto: dpa

Pinguin-Haus im Zoo

Bei 6 bis 8 Grad haben es die Felsen- und Königspinguine im Zoologischen Garten momentan gut. Denn die Vögel kommen aus kühleren Gefilden auf der Südhalbkugel und sind niedrige Temperaturen gewöhnt. Mit den Pinguinen im eiskalten Wasser schwimmen dürfen die Zoo-Besucher leider nicht – die Tiere leben hinter einer dicken Glasscheibe. Aber Besucher können trotzdem von den arktischen Temperaturen profitieren: Die Glasscheibe ist nämlich lang und strahlt viel Kälte ab. Im Besucherraum bleibt die Temperatur daher den ganzen Tag deutlich unter 20 Grad. Für den Zoobesuch sprechen außerdem seine 2300 teilweise exotischen Bäume, die überall auf dem Gelände kühlen Schatten spenden.

Der Zoo ist im Sommer täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, Einlassschluss ist um 18 Uhr. S- und U-Bahnhof Zoologischer Garten. Der Eintritt kostet 13, ermäßigt 6,50 Euro.

Bunker im Humboldthain

Die beste Idee an heißen Sommernachmittagen sind tiefe, dunkle, feuchte Räume. Kennen Sie den Verein Berliner Unterwelten? Am Sonntag bietet der etwa Touren durch den alten Flakturm im Humboldthain an. Hier schützen meterdicke Stahlbetondecken vor der Hitze und die Temperaturen sind konstant bei erfrischenden 9 Grad – die Organisatoren empfehlen warme Kleidung.

Touren finden um 10, 12, 14, 16 Uhr statt, Karten gibt es bis 15 Minuten vor Beginn an der zentralen Kasse (Brunnenstraße 105 neben dem U-Bhf. Gesundbrunnen). Die Touren sind meist schnell ausgebucht; weitere kühle Alternativen finden sich unter berliner-unterwelten.de.

Buslinie 104

Von der Berliner S-Bahn ist bei 38 Grad ausdrücklich abzuraten, aber an Sonntagen kommt die bekanntlich sowieso nur selten. Angenehm klimatisiert sind dagegen die Fahrzeuge der Straßenbahn auf den Linien M 2 und M 10. Wir empfehlen außerdem Busse – die sind auch manchmal klimatisiert und durch verdunkelte Scheiben vor der Sonne geschützt. Die Linie 104 fährt etwa in 73 Minuten vom Brixplatz im Westend über den Halensee quer durch die Stadt bis auf die Stralauer Halbinsel. Hier kann man schön im Kühlen sitzend die heiße Stadt an sich vorbeiziehen lassen.

Buslinie 104 zwischen Brixplatz und Tunnelstraße; sonntags alle 20 Minuten.

Sommer-Finale in Berlin
Tagesspiegel-Leser Stefan Müser wollte an diesem Wochenende einfach nur raus, und die letzten Sonnenstrahlen dieses Sommers genießen. Diese Aufnahmen machte er am Alex. Haben Sie die Gelegenheit auch genutzt und noch ein paar Sommer-Schnappschüsse gemacht? Senden Sie uns Ihre Bilder an leserbilder@tagesspiegel.de!Weitere Bilder anzeigen
1 von 88Foto: Stefan Müser
08.09.2013 15:04Tagesspiegel-Leser Stefan Müser wollte an diesem Wochenende einfach nur raus, und die letzten Sonnenstrahlen dieses Sommers...

Hohenzollerngruft

Die erste Hoffnung, dass es gerade in Kirchen angenehm kühl sein müsste, bestätigt sich leider nur teilweise. Am Freitagabend hatte es 25 Grad in der Marienkirche und sogar 27,8 Grad im Berliner Dom. Für eine kühle Ausflucht in den Dom spricht aber die alte Hohenzollerngruft. In dem unterirdischen Gewölbe wurden von 1536 bis 1916 viele Familienmitglieder der Hohenzollern beigesetzt. Hier finden sich viele Jahrhunderte brandenburgisch-preußischer Grabkultur und selbst an heißen Sommernachmittagen angenehme 22 Grad.

Für Besucher ist der Berliner Dom sonntags von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet sieben, ermäßigt drei Euro. Gottesdienste finden um 10 Uhr und um 18 Uhr statt.

Hotelbars

Die meiste Zeit des Jahres macht sich der Deutsche ja über die amerikanische Eigenart lustig, sämtliche Räume auf gefühlte 12 Grad herunterzukühlen. Bei der derzeitigen Hitze sehnt man sich plötzlich genau diese Räume herbei. Leider ist die amerikanische Botschaft generell schwer zugänglich und sonntags ganz geschlossen. Daher empfehlen wir den Besuch der Bars in amerikanischen oder großen internationalen Hotelketten. Im Grand Hyatt liegt die Temperatur etwa bei angenehmen 24 Grad, im Regent bei 23 Grad und im Interconti sogar bei 22 Grad. Das mondän kühle Ambiente schafft es meist, die gefühlte Temperatur noch um einige Grad zu drücken. So kann man sich beim Drink im Foyer in eine eiskalte Bar irgendwo im heißen Süden der USA träumen.

Grand Hyatt Berlin, Marlene-Dietrich-Platz 2, U/S-Bahn Potsdamer Platz

Regent Berlin, Charlottenstraße 49, U-6 Französische Straße

Intercontinental Berlin, Budapester Straße 2, U/S-Bahn Zoologischer Garten.

Rollberg-Kino

Für die meisten ist die Vorstellung absurd, wir empfehlen es trotzdem: Bei Temperaturen nahe 40 Grad lässt es sich während der Nachmittagshitze wunderbar in einem klimatisierten Kino aushalten. Dazu eine kalte Cola oder ein Eis. Nach der Vorstellung kommt man dann hoffentlich heraus in einen lauen Sommerabend. Die Yorckgruppe kühlt ihre Kinos momentan auf angenehmene 24 Grad herunter – warm genug, damit man auch mit nackten Beinen nicht friert. Im Rollberg-Kino in Neukölln sind alle fünf Säle durchklimatisiert, gezeigt wird ein vielseitiges Programm mit Originalfassungen.

In der Mittagshitze hat das Kino leider noch nicht geöffnet, aber um 16.30 Uhr startet der Betrieb mit „The Company You Keep“ von und mit Robert Redford, um 16.45 Uhr folgt „The Grandmaster“ von Wong Kar Wai. Rollbergstr. 70, U8 und Bus 104 Boddinstraße

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