Berlin : Wochenmarkt gerettet: Nun droht die Verkehrslawine

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Während sich die Spandauer Christdemokraten als Retter des Haselhorster Wochenmarktes sehen, musste Bürgermeister Konrad Birkholz beim gestrigen Rundgang über den Freiluft-Handel auch Kritik von Anwohnern einstecken. Denn die Bürgerinitiative "Kein Durchgangsverkehr durch Haselhorst" sieht im Festhalten am bisherigen Standort im Burscheider Weg lediglich ein Alibi dafür, dass ein "Autofahrer-Schleichweg" durch die Wohnsiedlung eingerichtet wird.

Wie berichtet, hatte es wegen der Verkehrsführung in der Bezirksverordnetenversammlung heftige Auseinandersetzungen zwischen der CDU-Mehrheit und der SPD gegeben. Ursprünglich war vorgesehen, die Daumstraße, die gegenwärtig als Umgehungsstraße zwischen den Havelbrücken der Wasserstadt und der Nonnendammallee ausgebaut wird, völlig vom Wohngebiet abzutrennen. Angesichts der bestehenden Einbahnstraßenregelung hätten Autofahrer die Siedlung zu den Marktzeiten dann nicht mehr verlassen können. Deshalb beschlossen die Christdemokraten mit ihrer Mehrheit, den Lüdenscheider Weg für Abbieger in einer Fahrtrichtung zur Daumstraße zu öffnen.

SPD und die Bürgerinitiative befürchten, dass hier ein Schleichweg mit erheblicher Verkehrsbelastung für die Siedlung entsteht. Sie konnten sich mit ihrer Forderung nach einer Verlegung des Marktes nicht durchsetzen. Nach deren Ansicht wäre im angrenzenden Haselhorster Damm genügend Platz für die Stände, würden Markthändler und Ladenbesitzer von der gegenseitigen Nähe profitieren. Die Kosten für die Einrichtung der notwendigen Stromanschlüsse hätte der Entwicklungsträger der Wasserstadt mitfinanzieren können.

Bürgermeister Birkholz begrüßte es indessen, dass der besonders von älteren Haselhorstern gut angenommene Markt am alten Standort erhalten bleibt und weiterhin als Treffpunkt "zum Einkaufen und Klönen" genutzt werden kann.

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