• WOCHENPLANER: Wer, wie, was In der Leitstelle wird Gas gegeben Die Netzzentrale sichert wohlige Wärme jederzeit

WOCHENPLANER : Wer, wie, was In der Leitstelle wird Gas gegeben Die Netzzentrale sichert wohlige Wärme jederzeit

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Das Netz auf dem Schirm. Blick in die Gasnetzleitstelle der NBB. Foto: Vincent Schlenner
Das Netz auf dem Schirm. Blick in die Gasnetzleitstelle der NBB. Foto: Vincent Schlenner

Alle Informationen zur Aktionswoche finden sich auf einer Onlinepräsentation unter www.berlin-spart-energie.de. Das Themenspektrum reicht von Besichtigung öffentlicher und privater Gebäude über Industrieanlagen wie das Müllheizkraftwerk der BSR und Pilotprojekte wie das „Effizienzhaus Plus“ des Bundesbauministeriums bis zu Diskussionen und Beratungen, etwa von Mieterverein und Verbraucherzentrale. Manche Objekte sind Teil von Thementouren, darunter ein „Clubmob“ unter dem Motto „Eine grüne Welt ist tanzbar“. Die Verteilung auf die ganze Woche erleichtert die persönliche Terminplanung. Eintritt wird nicht verlangt, oft aber eine Anmeldung über die Internetseite. obs

Man würde sie eher in einem Gewerbegebiet vermuten, aber die Leitstelle fürs Gasnetz befindet sich an einer von Berlins besten Adressen: Am Hackeschen Markt, neben dem neuen Hauptquartier der Gasag residiert deren Tochter NBB, die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg. Hier beobachten je nach Tageszeit und Wetter – Gas ist vor allem Winterware – ein bis zwei Fachleute im Kontrollraum, dass das Erdgas seinen Weg zu den Kunden findet.

Das System ähnelt dem Straßenverkehr: Wie Autobahnzubringer reihen sich fünf Übernahmestationen um die Stadt, die die Hauptleitungen speisen. Manche führen direkt zu den Heizkraftwerken, die rund ein Drittel des Berliner Gases verbrauchen. Den Rest nehmen Industrie, Gewerbe und Privatleute ab. Nur leider nicht gleichmäßig über den Tag verteilt, sondern vor allem morgens, wenn die Heizungen aufgedreht werden. Die Kurve auf einem der vielen Monitore im Kontrollraum schießt von vier bis acht Uhr steil nach oben, um danach wieder abzusinken und sich erst am späten Nachmittag noch einmal etwas zu wölben.

Gegenüber anderen Medien hat Gas den Vorteil, dass es sich komprimieren lässt. So kann der Druck in den Leitungen schon vorab erhöht werden, um sich dann allmählich zu entspannen. Das glättet die Nachfragekurve, schont die Technik und freut die Lieferanten.

Mehr als 200 „Ortsdruckregelanlagen“ bilden die Knoten im Netz und erschließen die Stadt. Wie im Straßennetz gibt es bei Störungen auch beim Gas meist eine Umleitung. Und seit die Energiewende auch das Gasnetz erreicht hat, sind die Leute in der Leitwarte zugleich Qualitätskontrolleure: Neben der einzigen Berliner Biogasanlage – die der BSR in Spandau – überwachen sie sieben in Brandenburg. 96 Prozent Methan müssen im Biogas enthalten sein. Fällt der Wert darunter, gibt’s in der NBB-Zentrale Alarm. Damit niemand heiße Luft als Brennstoff verkaufen kann. Stefan Jacobs

Techniktour „Erdgasversorgung in Berlin“ am 28.10. ab 14 Uhr, Anmeldung unter www.berlin-spart-energie.de, Nr. XC10

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