Berlin : Wohin mit dem Berliner Müll?: Sauberer Strom aus stinkenden Resten

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Dem Inscheniör ist nichts zu schwör, und die modernen Alchimisten des SVZ in Schwarze Pumpe machen aus stinkendem Hausmüll, Tierfetten, Klärschlämmen, Ölmixturen, Teerseen und Shredderabfällen aus dem Autorecycling schönes reines Methanol und sauberen Strom. Seit 1995 wurden auf diese Weise 1,5 Millionen Tonnen Abfälle aus der Welt geschafft. Natürlich entstehen auch bei der Methanolherstellung Rückstände in Form von Schlacken und Abgasen, aber ihr Anteil sei wesentlich geringer als bei herkömmlichen Brennverfahren, versichern die Betreiber. Das Verfahren funktioniert ungefähr so: Der Abfall wird mit Kohle vermischt in einen Reaktor, einen geschlossenen Behälter, gegeben. Dort entsteht unter hohem Druck (25 bar) und bei hoher Temperatur (1300 bis 1500 Grad) ein Gasgemisch vor allem aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. In einem weiteren Behälter reagiert das Gasgemisch zu Methanol. Nebenbei entsteht Wasserdampf, mit dem Turbinen angetrieben werden, die Strom erzeugen.

Das SVZ produziert gegenwärtig 120 000 Tonnen Methanol im Jahr und eine Stromleistung von 75 Megawatt. Methanol wird gegenwärtig mit 400 Mark pro Tonne auf den Märkten gehandelt. Das SVZ liefert es als Treibstoff für die Brennstoffzelle an DaimlerChrysler, als Vorprodukt für die pharmazeutische Industrie (Vitaminproduktion) und die Möbelindustrie (Formaldehyd).

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