Berlin : Wohin mit den Plüschtieren?

Die Süßkinds starten auf kleinem Raum ins große Glück

Maren Sauer

„Das mit uns hat sich quasi schrittchenweise intensiviert“, sagt Oliver Süßmann und meint damit seine ersten acht Jahre mit Silke Haase. Im vergangenen Jahr, es war ihr neuntes, wurden aus den Trippelschritten Sprünge: Die zwei zogen in eine gemeinsame Wohnung, sie heirateten, und nun ziehen sie gleich wieder aus ihrer Wohnung aus – sie sind gerade dabei, ihr neues Haus am Stadtrand einzurichten.

„Irgendwie“ sei es schon Liebe auf den ersten Blick gewesen. Sagen sie. Doch die Bankkauffrau war damals noch mit einem anderen zusammen und ignorierte das Gefühl. Und der beim wöchentlichen Jiu- Jitsu-Training neben ihr kämpfende Verwaltungsbeamte trug zum schwarzen Gürtel Scheuklappen. Erst als er zum Wehrdienst musste, sprang der Funke über: Die beiden begannen eine vorsichtige Wochenendbeziehung. Und wussten, als seine Zeit beim Bund vorbei war, dass sie zusammenbleiben wollten.

Wenn auch erst mal ein jeder in seiner Wohnung. Manchmal war das zwar etwas hinderlich gewesen, „weil eben die Dinge, die man gerade braucht, nie da sind, wo man gerade ist“, aber praktisch war es auch. Vor allem wegen des Platzes. „Als Silke Ende letzten Jahres ihre Wohnung aufgab und mit 120 Steiff-Tieren zu mir zog“, erzählt Oliver, „wurde es doch ziemlich eng.“ Ihm fällt es genauso schwer wie ihr, sich von lieb Gewonnenem zu trennen. Er hat eine Weinsammlung. Die stecke zwar noch in den Anfängen, bekomme aber nun einen eigenen Keller, um gut gedeihen zu können. Die Plüschtiere indes sähe er am liebsten in eine Truhe verbannt, keinesfalls jedoch im ganzen Haus verteilt. Derzeit verhandelt das Paar über die Möglichkeit, sie im Fernsehzimmer aufzureihen – „weil Oliver kaum fernsieht, wäre das die beste Lösung.“

Beim Urlaub sind Silke und Oliver schnell übereingekommen. Beide lieben Irland. Und wenn’s das mal nicht sein soll, dann fahren sie in die Bretagne. Nicht zuletzt wegen der Weinvorräte und des guten Essens. „Ich hab’s mit dem Kochen nicht so“, gibt Silke zu, „aber dafür ist Olli einer, der sogar auf dem Campingkocher ein Drei-Gänge-Menü zaubert.“ Zu Hause am Herd würden es auch mal fünf.

Der 32-Jährige ist ohne jeden Heiratsantrag zum Bräutigam geworden: Silke hat bei der Hochzeit von Freunden den Brautstrauß gefangen, und dann kam noch die Sache mit dem Haus. „Klar, dass wegen der Immobilie ganz rationale Überlegungen ins Spiel kamen.“ Die Hochzeit am 25. Oktober war dann aber doch romantisch. Im Fürstenzimmer der Spandauer Zitadelle sagten sie Ja zueinander, und dann standen sie wie Königin und König auf dem Balkon überm Torbogen und winkten ihren Gästen zu. „Absolut genial“ fand Silke das.

HOCHZEIT DER WOCHE

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