Berlin : Wohl bekomm’s

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VON TAG ZU TAG

Andreas Conrad über

die Liebesmagie der Schnapszahl

Historisch war der 4. 4. als potenzielles Schnapszahl-Datum belanglos, jedenfalls in Berlin: So wurde am 4. April 1844 auf Rügen ein gewisser Hermann Johannes Müller geboren, 40 Jahre später Direktor des hiesigen Luisenstädtischen Gymnasiums, aber weit spannender ist die Frage, warum die Schnapszahl so heißt, wie sie heißt. Man könnte den 11. 11., 11 Uhr 11, heranziehen: Bekanntlich ist dieser Termin nur mit viel Schnaps halbwegs zu ertragen. Überzeugender scheint die Erklärung, der Begriff entstamme Gesellschaftsspielen mit der Regel, allen Beteiligten bei Erreichen eines Ergebnisses aus gleichen Ziffern eine Runde Hochprozentiges zu spendieren. Das fließt meist auch bei Hochzeiten, von denen es am gestrigen 4. 4. in Berlin und Brandenburg etwa 100 gab. Da kann man nur gratulieren, wenngleich Standesbeamten gegenüber Schnapszahl-Ehen eher skeptisch sind. Statistisch gesehen sind sie besonders gefährdet, insofern fast eine Mutprobe. Auch dabei aber soll Schnaps helfen.

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