Berlin : Wohl und Wehen

Stephan Wiehler

Meine Frau und ich gehören zu den glücklichen Berlinern, die dieser Tage ein Kind erwarten. Über den Daumen gepeilt dürften es etwa 1100 Eltern sein, deren Kinder in der Woche vor oder nach dem Jahreswechsel geboren werden sollen. Das Geburtsdatum spielt dabei eine besondere Rolle: wegen des Elterngeldes, das ab 1. Januar 2007 vom Staat bezahlt wird. Und je nach Einkommenslage hoffen die werdenden Eltern auf Entbindungstermine vor oder nach diesem Stichtag. Geringverdiener könnten besser fahren, wenn ihr Kind vor der Jahreswende zur Welt kommt, weil das als Festbetrag ausgezahlte Erziehungsgeld möglicherweise höher ausfällt als das nach der Einkommenshöhe bemessene Elterngeld – das daher für Besserverdienende einträglicher sein könnte.

Meiner Frau und mir ist das selbstverständlich alles vollkommen gleichgültig. Weil wir wissen, dass Kinderglück mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen ist. Und falls unsere Tochter zur falschen Zeit geboren wird, ziehen wir ihr die Differenz einfach vom Taschengeld ab.

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