Wohlfahrtsverbände : Kältehilfe für Obdachlose

Mehr als 300 Obdachlose suchen bei diesen Temperaturen noch einen Schlafplatz. Um ihnen zu helfen, wollen kirchliche Wohlfahrtsverbände wie Caritas und Diakonie morgen die Kältehilfe für Obdachlose starten.

BerlinIn über 70 Einrichtungen wie Notübernachtungen, Nachtcafés, Suppenküchen und Wärmestuben, die zumeist von Kirchengemeinden betrieben werden, erhielten die Betroffenen während der kalten Jahreszeit Schutz und Hilfe, sagte heute die Direktorin des regionalen Diakonischen Werkes, Susanne Kahl-Passoth. Außerdem fährt der Kälte-Bus der Berliner Stadtmission, der seit 13 Jahren unterwegs ist, in dieser Saison erstmals jede Nacht.

Die Wohlfahrtsverbände gehen weiterhin von "mindestens 10.000 Wohnungslosen" in Berlin aus. 7000 bis 8000 Menschen sind in Obdachlosenunterkünften oder Billigpensionen untergebracht. Außerdem wird mit einer Dunkelziffer von bis zu 4000 Betroffenen gerechnet. Aus dieser Gruppe suchen in jedem Winter 300 bis 400 Personen einen Schlafplatz. Neben den ganzjährig verfügbaren 100 Betten werden mit der Kältehilfe weitere 200 bis 300 Plätze angeboten.

Fördermittel dürfen nicht abbrechen- keiner soll draußen bleiben

Kritik übte Kahl-Passoth am Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der im Januar 2008 die Förderung für fünf Einrichtungen einstellen wolle. Das sei nicht akzeptabel, weil die Gefahr bestehe, dass Obdachlose im Winter "draußen bleiben müssen". Betroffen sind unter anderem ein Nachtcafé in der Taborgemeinde und eine Notübernachtung in der Bonifaziusgemeinde. Zugleich forderte Kahl-Passoth die Arbeitsagentur und die Sozialverwaltung auf, wieder regelmäßig Obdachlosenzahlen zu erheben. Seit der Einführung von "Hartz IV" 2005 lägen dazu keine Angaben mehr vor.

Infomationen über die aktuellen Angebote für Obdachlose gibt ab morgen bis 31. März täglich von 19.00 bis 23.00 Uhr ein Kältehilfe-Telefon. Es ist unter der Nummer 6808-1107 oder über die E-Mail kaeltehilfe-berlin@gewebo.de erreichbar. (mit ddp)

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