Berlin : Wohlfühlen auf Südafrikanisch

Freshlyground aus Kapstadt treten auf

Hannes Heine

Die Stimme von Zolani Mahola, Frontfrau der südafrikanischen Erfolgsband Freshlyground, erinnert an den jungen Michael Jackson. Und zwar an seine Stimme in den Siebzigerjahren, von denen Musikkenner sagen, dass es die besten Jahre des einstigen „King of Pop“ waren. Zusammen mit seinen Geschwistern tourte der angehende Weltstar damals als Jackson Five durch die Lande.

Unbestritten ist, dass Freshlyground musikalisch offener sind als die US-amerikanische Soul-Band. „Wir sind stilistisch nicht festgelegt“, sagt Keyboarder Aron Turest-Swartz. Die Südafrikaner kombinieren afrikanischen Folk, Blues und Jazz miteinander. Anders als die Jacksons sind Freshlyground eine generationsübergreifende Band, die Mitglieder sind zwischen 23 und 45 Jahre alt. Mit sieben Musikern ist Maholas Truppe auch personell besser ausgestattet als die vier Geschwister um Michael Jackson. Ihr Debut-Album „Jika Jika“ veröffentlichte die Band aus Kapstadt 2003. Schon im darauffolgenden Jahr lud der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki die multinationale Gruppe zur Eröffnung des Parlaments ein. Dabei sollten Freshlyground im Land der nächsten Fußballweltmeisterschaft dafür sorgen, dass zum zehnjährigen Jahrestag der südafrikanischen Demokratie und dem Ende der Apartheid auch gebührend gefeiert wird. Die Politik am Kap von Afrika hat damit die richtige Wahl getroffen, denn für unangestrengtes Feiern kann die Band mit Sicherheit sorgen: Leichte Melodien, lockerer Gesang und Texte zum Abschalten garantieren Wohlfühlmusik.

Musikalischer Schwerpunkt der Deutschlandtournee sind vor allem Stücke aus dem zweiten Album „Nomvula“, das 2004 erschien und sich in verschiedenen Ländern wochenlang in den Charts hielt. Einzig die Single „I’d like“ passt nicht ganz zum Entspannungstenor der anderen Stücke. Im Gegensatz zu den sonst unbesorgten Songs wird einem bei diesem Stück ausnahmsweise nachdenklich zumute.

Heute, 20 Uhr, Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 3, Karten 20 Euro.

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