Berlin : Wohn- und Kulturprojekt sucht einen Standort im Bezirk

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Nicht nur mit alten Häusern wird jetzt an der Friedrichshagener Peter-Hille-Straße aufgeräumt, sondern auch mit Hoffnungen: Der gemeinnützige Verein "Wohnen und Kultur in Köpenick" (WoKiK) wollte auf dem 12 000 Quadratmeter großen Areal ein alternatives Wohnprojekt aufbauen. Ähnlich der Ufa- Fabrik in Tempelhof sollte an einem Ort Wohnen, Arbeiten und Kultur angeboten werden. Doch die Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) hat andere Pläne mit der Fläche nahe dem Müggelsee. Wie Sprecherin Sabine Pentrop auf Anfrage sagte, ist das Areal für den Wohnungsbau vorgesehen. "Derzeit steht allerdings noch nicht fest, ob wir das Gelände selbst entwickeln oder verkaufen", sagt die TLG-Mitarbeiterin. Inzwischen begannen die Vorbereitungen für den Abriss des ehemaligen Pentacon-Werkes. 50 ABM-Kräfte werden voraussichtlich die nächsten acht Monate mit den Abräumarbeiten zu tun haben.

Die 16 Vereinsmitglieder - darunter Architekten, Historiker, Sozialarbeiter und Künstler - sind enttäuscht. Sie hatten der TLG ein Konzept für das alte Fabrikgelände vorgelegt und mehrere Gespräche geführt. "Wir wollten dort gemeinschaftlich leben und zugleich ein Kulturtreff für jedermann sein", beschreibt Birgit Rettner vom Vorstand die Idee. Wohnen und Kultur sollen sozusagen eine Einheit bilden. Einige Räumlichkeiten sollten als öffentlicher Veranstaltungsort dienen. Außerdem wollte man Künstlern und Initiativen Gelegenheit zur kreativen Entfaltung bieten. Proberäume und Ateliers könnten entstehen. Die Fabrikgebäude an der Peter-Hille-Straße schienen für die alternative Wohngemeinschaft wie geschaffen: Lofts in den großen Hallen sollten eine Heimat für Alte und Junge, Singles und Familien werden.

Die TLG konnte aber den Wunsch des WoKiK-Projekts nach einem Preisnachlass nicht erfüllen. "Wenn wir verkaufen, müssen wir schon den Verkehrswert verlangen", betont Sabine Pentrop. Dem Verein ist inzwischen ein anderes Grundstück an der Rahnsdorfer Ecke Möllenseestraße angeboten worden. "Es liegt allerdings ziemlich abseits, und deshalb halten wir es für ungeeignet", sagt Birgit Rettner. Sowohl Kulturstadtrat Dirk Retzlaff (PDS), als auch Baustadtrat Oliver Scholz (CDU) und der Kulturausschuss begrüßen das Projekt. Beide Stadträte wollen dem Verein bei der Suche nach einem Grundstück im Bezirk helfen. So gebe es beispielsweise in der Altstadt und in Oberschöneweide geeignete Standorte.

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