Berlin : Wohnen im Sonderangebot

Mit Billig-Mieten und Prämien sollen neue Bewohner für Hellersdorfer Plattenbauten gewonnen werden

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„Zwei Wohnungen mieten, nur eine bezahlen.“ Klingt verlockend. Eine Studentenwohnung für 50 Euro im Monat? Auch das geht: und zwar in Hellersdorf.

Die Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ will mehr Mieter in ihre teilsanierten Wohnungen im Gelben Viertel und im Rathausviertel locken. Dafür macht sie besonders günstige Angebote, und vor allem bei jungen Leuten hat sie mit den BilligMieten Erfolg: Für die 50-Euro-Wohnung gibt es inzwischen eine Warteliste. Eine Drei-Zimmer-Wohnung ist für 100 Euro Kaltmiete sofort zu bekommen.

Kleine Haken hat die Sache auch. Eine Drei-Zimmer-Wohnung ist mit etwa 65 Quadratmetern relativ klein. Und sie befindet sich in der 5. oder 6. Etage eines Plattenbaus – ohne Aufzug oder Balkon, weit draußen, im grünen Hellersdorf.

Familien, die größere Wohnungen mieten wollen, bietet „Stadt und Land“ einen Mengenrabatt. Wer auch Verwandtschaft mit ins Viertel bringt – und damit zwei Wohnungen auf einen Streich vermietet werden –, der bezahlt für die kleinere nur die Betriebskosten. Familien mit kleinen Kindern in einer Drei- oder Vier-Zimmer-Wohnung bekommen die Kita-Gebühren von bis zu 150 Euro ersetzt. Jüngere Leute in Ausbildung und Familien wolle man mit den Angeboten ansprechen, sagt Dagmar Neidigk, Sprecherin der Wohnungsbaugesellschaft.

Es wird immer schwieriger, teilsanierte Wohnungen in den Randbezirken zu vermieten. Ganz anders sieht es bei den vollständig sanierten Plattenbauten aus. „Diese Wohnungen sind sehr gut belegt“, sagt Neidigk. Vollsanierten Wohnraum gibt es deshalb nicht zum Aktionspreis. Fast zwei Drittel der insgesamt 16 500 Hellersdorfer „Stadt und Land“-Wohnungen sind saniert.

Nicht nur „Stadt und Land“ versucht, durch Schnäppchen-Mieten und Prämien den Leerstand zu reduzieren. Bei der Wohnungsgenossenschaft „Grüne Mitte“ läuft gerade die „Aktion Nestbau“. Junge Paare können ein Jahr mietfrei wohnen, wenn sie dafür die Wohnung renovieren. Nur die Betriebskosten sind zu zahlen. Fast 100 „Nestbau“-Mietverträge wurden inzwischen abgeschlossen. „Grüne Mitte“-Vorstand Andrej Eckhardt hofft, dass die jungen Mieter auf Dauer bleiben: „Wer Zeit und Kraft in die Wohnungsrenovierung gesteckt hat, geht so schnell nicht weg.“chr

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