Berlin : Wohnungen für Wohlhabende

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Nicht nur an preiswerten, auch an luxuriösen Wohnungen gibt es in Berlin Bedarf. Als sich HansJoachim Haese 1992 als Bauträger selbstständig machte, stand für ihn fest: Er wird keine geförderten Wohnungen bauen, sondern alles frei finanzieren. „So konnten man schnell am Markt sein, statt monatelang auf Förderungszusagen zu warten.“ Außerdem seien gute Geschäfte im Wohnungsbau letztlich nur mit hochwertigen, repräsentativen Objekten in besseren und besten Lagen zu machen.

Haese, seine beiden Partner und sieben Angestellte bauen Wohnungen für wohlhabende Zuzügler, Wohnungen, die sich als Kapitalanlage eignen. Das erste Haus war 1994 eine Stadtvilla in Lichtenrade. Das sechsundvierzigste Projekt, wieder eine Stadtvilla, entsteht gerade am Schlachtensee. „Wir konzentrieren uns auf den Südwesten“, sagt Haese, „da ist das Vermarktungspotenzial auch in einer Immobilienflaute gut.“

Ist ein geeignetes Grundstück gefunden, macht der Architekt einen Entwurf: meist drei Etagen mit sechs Wohnungen à 100 bis 250 Quadratmeter, Ziegeldach, die Architektur gemäßigt historisierend. „Unsere Klientel hat einen eher konservativen Geschmack.“ Finanziert wird hauptsächlich über Kredite, gebaut wird erst, wenn 50 Prozent des Hauses verkauft ist. Ungefähr die Hälfte seiner Kunden sind Selbstnutzer, die anderen Anleger – zugleich Berlin-Liebhaber: „Die Rendite von vier bis fünf Prozent ist ja relativ gering.“ Bis zu 5000 Euro pro Quadratmeter kostet eine solche Wohnung mit Parkett, Fußbodenheizung, Südbalkon, Aufzug. Wer sie dann mietet, zahlt je nach Lage 16 Euro pro Quadratmeter kalt.

Das ist sehr viel. Aber, sagt Haese, der Bedarf sei vorhanden – auch in Zukunft. Und er verficht die „Sicker-Theorie“: „Wer in unsere Wohnungen zieht, macht anderswo eine andere frei – eine billigere.“ how

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