Wohnungsbau in Berlin : Genossenschaft Möckernkiez kann weiterbauen

Deutschlands größte Genossenschaft legte wegen der Finanzierung ihre Baustelle eineinhalb Jahre still. Jetzt ist der Kredit genehmigt.

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Leerstand im Park am Gleisdreieck - die vier ersten von 14 Häusern stehen im Rohbau.
Leerstand im Park am Gleisdreieck - die vier ersten von 14 Häusern stehen im Rohbau.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die Hängepartie ist vorbei, Berlins einsam an der Yorckstraße stehender verlassener Rohbau, das Wohnungsbauprojekt der Genossenschaft Möckernkiez bleibt keine Investitionsruine. „Nach einer Berg- und Talfahrt mit einer Reihe von Enttäuschungen und viel Zeitverlust steht nun endlich die Finanzierung“, teilte Vorstand Frank Nitzsche mit – die 471 Wohnungen am südlichen Rand des Parks am Gleisdreieck in Kreuzberg können nun zu Ende gebaut werden.

November 2014 zogen die Bauarbeiter ab

Bereits im Juni sollen die Bautrupps wieder auf der Baustelle anrücken. Damit endet eine knapp eineinhalbjährige Baupause. Im November des Jahres 2014 war der Baustopp verhängt und das ganze Vorhaben überarbeitet worden. Zwei Grundstücke am Rande der Baufelder für die Wohnhäuser verkaufte die Genossenschaft. Außerdem brachte sie ein Drittel des erforderlichen Geldes als Eigenkapital auf: das von den Mitgliedern eingezahlte Geschäftsguthaben. Erst danach fand sich ein „Konsortium aus zwei Banken“ bereit, Kredite für das Projekt bereit zu stellen. Weitere Mittel stellte die KfW-Förderbank des Bundes bereit und außerdem Mitglieder der Genossenschaft in Form vom „Förderdarlehen“.

Durchschnittsmiete 11,08 Euro plus 920-Euro-Einlage

Nach dem Neustart des Projektes sucht die Genossenschaft noch nach weiteren Mietern: 79 Wohnungen sowie sechs „Studio-WG’s“ mit jeweils vier Wohneinheiten sind noch zu haben. Die Durchschnittsmiete beträgt 11,08 Euro nettokalt, die günstigste Wohnungen kostet 8,62, die teuerste 13,04 Euro je Quadratmeter, dafür bietet sie einen Blick auf den Potsdamer Platz. Zum Mietpreis kommt eine Einlage in Höhe von 920 Euro pro Quadratmeter. Diese kann über die KfW-Förderbank finanziert werden.

Ein autofreier Kiez mit Ökobauten

Der Möckernkiez wird als größtes neu gegründete genossenschaftliches Bauprojekt Deutschland gehandelt. Auf einem 30000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen 14 Häuser mit einer Wohnfläche von 35600 Quadratmetern. Die ersten zwei Geschosse in dem autofreien Viertel mit den ökologischen Neubauten im Passivhausstandard werden Läden und Büros vorbehalten sein.

Bis heute ist die Genossenschaft schuldenfrei

Verabschiedet hat sich die Genossenschaft von den Plänen zum Bau eines Hotels und eines Gastronomie-Pavillons an der Yorckbrücke. Der Verkauf dieser beiden Grundstücke steht unmittelbar bevor, so Vorstand Frank Nitzsche. Er ist seit Januar vergangenen Jahres im Amt und kam nachdem der Baustopp eingetreten war. Die Genossenschaft habe bis heute keine Schulden, sagt er. Im guten wie im schlechten laufe manches bei diesem Projekt anders als sonst in der Branche. So sei mit dem Bau von Häusern begonnen worden, ohne dass zuvor die Kreditverträge unterzeichnet worden waren.

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