Berlin : Wohnungsmarkt: Strieder will Boden für Neubauten unter Wert verkaufen

C. v. L.

Preiswerte Grundstücke für preiswerte Wohnungen - so will Stadtentwicklungssenator Peter Strieder dem befürchteten Leerstand zu teurer Wohnungen auf zu teurem Boden in Mitte begegnen. Nach dem "Planwerk Innenstadt" sollen in den in den nächsten Jahren Hunderte von Wohnungen zwischen Alexanderplatz und Spittelmarkt von privaten Bauherren errichtet werden, doch die Verkaufs- oder Vermietungschancen werden wegen des teuren Geländes derzeit ungünstig beurteilt. Die ehrgeizigen Baupläne könnten bei Bodenpreisen von bis zu 10 000 Mark pro Quadratmeter platzen.

Um frei finanzierten Wohnungsbau für potenzielle Investoren attraktiver zu machen, sollen landeseigene Baugrundstücke in diesem Bereich deutlich unter dem Marktwert angeboten werden. Die Bauherren müssten sich im Gegenzug verpflichten, ihre Wohnungen billiger zum Kauf anzubieten oder zu vermieten. Diese Druckmittel könnten allerdings nur bei attraktiven Lagen wirken, sagte gestern Strieders Sprecherin Petra Reetz. Es handele sich im Übrigen um eine "Anregung", die schon seit längerem mit der Finanzverwaltung erörtert werde. Strieder habe vom Finanzsenator und auch dem Regierenden Bürgermeister bereits "positive Signale" vernommen.

Die Senatsverwaltung erinnerte daran, dass bereits für das Wohn- und Geschäftsquartier am Werderschen Markt, das möglichst bis 2003 entstehen soll, landeseigenes Gelände unter dem Richtwert verkauft worden sei. Auch hier habe die Finanzverwaltung zugestimmt. Ausnahmen gab es immer wieder. Auch das Gelände einer ehemaligen Kindertagesstätte wurde kürzlich für Umbauten günstiger verkauft.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben