Berlin : Wolf: Ausbildungspakt schafft mehr Lehrstellen

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Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) geht davon aus, dass der mit der Berliner Wirtschaft vereinbarte Ausbildungskonsenz die Lage auf dem Lehrstellenmarkt verbessern wird. Allerdings bleibe die Situation angespannt, auch wenn es in diesem Jahr mehr Angebote als im Vorjahr gibt, sagte Wolf gestern. Dem widerspricht der Berliner DGB. Die Vereinbarung mit der Wirtschaft habe keinesfalls die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht, sagte DGBVize-Chef Bernd Rissmann. Vielmehr gebe es sogar weniger betriebliche Stellen als vorher.

Zumindest auf die bei den Arbeitsagenturen registrierten Plätze trifft dies zu. Dort meldeten die Betriebe seit Beginn der Vermittlungsrunde im vergangenen Herbst rund 10730 Stellen, 590 weniger als im Vorjahr. Die Zahlen sind aber nur bedingt aussagekräftig. Denn: „Nicht alle Arbeitgeber wenden sich an uns“, sagt Olaf Möller von der Landesarbeitsagentur. Positiv sei aber auf jeden Fall, dass bis jetzt schon mehr Schulabgänger vermittelt worden sind als im vergangenen Jahr. In Berlin suchten insgesamt 26000 Jugendliche eine Lehrstelle, mehr als 15000 hatten Ende Juni einen Vertrag geschlossen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) verzeichnete eine zunehmende Bereitschaft der Betriebe, seit die ursprünglich geplante Ausbildungsplatzabgabe vom Tisch ist. „Viele Unternehmen waren zunächst zögerlich, jetzt haben sie sich aber zur Ausbildung entschlossen“, sagt IHK-Abteilungsleiterin Anja Nußbaum. Sie rechnet damit, dass die IHK-Betriebe mehr ausbilden werden als im Vorjahr. Aber auch diese Anstrengungen werden nicht ausreichen. Deshalb wird das Land 5500 öffentlich finanzierte Lehrstellen zur Verfügung stellen. sik

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