Berlin : Wolf wütet im Hirschgehege

Hundert Kilometer von Berlin entfernt werden ständig Herden attackiert

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Wittstock - Brandenburg hat einen Problemwolf, der über die Landesgrenzen hinaus für Ärger sorgt. Das auf dem früheren Truppenübungsplatz in der Kyritz- Ruppiner Heide herumstreunende Tier macht Landwirten im Nordwesten der Mark, etwa 100 Kilometer von Berlin entfernt, zu schaffen. Binnen weniger Wochen ist der Wolf vom einstigen Bombodrom in drei Gehege eingedrungen und hat rund um Wittstock 37 Damhirsche getötet sowie vorige Woche hinter der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern im Müritzkreis eine Rentierherde angegriffen. Drei dieser zwölf Tiere sind tot.

Rentierzüchter Hans Fehrmann aus dem Dorf Schwarz sieht seine Zuchterfolge in Gefahr. Er ist verzweifelt – zumal der Wolf am Wochenende schon wieder da war: „Wir haben ganz frische Spuren gefunden, wo er den Zaun untergraben wollte, aber es ist ihm nicht gelungen.“ Zum Glück war die Herde nachts in einem Unterstand. Fehrmann will nun Elektrozäune aufbauen, vom Land soll er eine Entschädigung erhalten. Vergangenes Jahr hatte der Wolf in Groß Haßlow 24 Tiere in einem Damwildgehege erlegt, Anfang Januar schlug er in Gadow zu, 13 von 14 Tieren waren tot, nur der Bock des Rudels überlebte die Attacke.

Die Raubtiere legen weite Strecken zurück. „Die Wölfe sind im ganzen Land“, sagt Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes. Insgesamt sind es knapp 30 Tiere, vorwiegend leben sie an acht Stellen auf alten Übungsplätzen des Militärs oder in Tagebaulandschaften. Und sie stehen unter Schutz. „Ein Wolf frisst nur so viel, wie er braucht“, sagt Freude. „Aber in einem Gehege macht ein Wolf so lange weiter, bis nichts mehr seinen Jagdinstinkt reizt.“ Norman Stier, der ein Forschungsprojekt an der TU Dresden leitet und Wolfsmanagementpläne für ostdeutsche Bundesländer erarbeitet, hat die jüngste Attacke des Wolfes nach den ersten Fällen schon erwartet, „wir konnten aber nicht mehr alle Tierhalter informieren“. Einzelne Wölfe hätten inzwischen gelernt, dass Wildtiere in Gehegen „leichte Beute“ seien. Alexander Fröhlich

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