Berlin : Wolfram Siebeck, Restaurant-Kritiker

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Wie soll es der Stadt im kommenden Jahr ergehen? Wir haben Menschen gefragt, denen Berlin am Herzen liegt. Ihre guten Wünsche lesen Sie hier bis Weihnachten. Heute: GastroKritiker Wolfram Siebeck (Foto: dpa).

Zu wünschen ist der Stadt, dass sie eleganter wirke; dass sie Flair besitzt wie die Metropolen, mit denen sie verglichen werden möchte: Paris, London, Rom. Zu wünschen ist auch ein besseres Leitsystem in den U- und S-Bahnen. Wie man sich unter der Erde besser zurechtfindet, demonstrieren die U-Bahnen in Wien und Paris. Schließlich wäre eine Veränderung in der Psyche der Berliner wünschenswert. Nämlich ihre preußische Genügsamkeit in Sachen der Ästhetik und des Genusses, insbesonders ihre Anfälligkeit für Primitivkost à la Currywurst. Dazu gehört das typische Essverhalten, welches den Berlinern verbietet, das Mittagessen zum genussvollen Zentrum des Tages zu machen. Eine Hauptstadt, deren Gastronomie mittags geschlossen hat, ist keine Hauptstadt, sondern Provinz. Etwas mehr Sophistikation darf schon sein.

DAS TÄGLICHE TÜRCHEN

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