Berlin : Wollen die Deutschen nur eine Verwaltungsstadt oder eine echte Hauptstadt Berlin?

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Mit seiner Argumentation, Berlin sei eine Stadt wie jede andere in Deutschland, zeigt der Finanzsenator Thilo Sarrazin – stellvertretend für alle Deutschen, namentlich für die meisten Politiker – das Verhältnis zu ihrer Hauptstadt. Die Deutschen und ihre politische Klasse müssen sich endlich einmal darüber klar werden, was sie wollen: Eine reine Verwaltungsstadt mit lediglich dem Sitz von Regierung und Parlament oder eine wirkliche Hauptstadt, die schließlich auch Deutschlands größte Stadt ist. In der Wissenschaft, Forschung, Hochschulen und Kultur mehr als in jeder anderen deutschen Stadt eine herausragende Rolle spielen? Und was sollen denn diese ewigen Vergleiche mit Flächenstaaten? Ein echtes Bild können doch nur Vergleiche mit Stadtstaaten wie Hamburg und Bremen oder mit vergleichbaren Großstädten wie München, Frankfurt, Stuttgart etc. abgeben. Der Finanzsenator hat zwar Recht, es darf beim Sparen kein Tabu geben, Berlin lebt über seine Verhältnisse. Und wenn Berlin nicht von sich aus alles tut, nicht mehr auszugeben, als es einnimmt, wird es von außen keine Hilfe erwarten. Aber bei allem berechtigten Sparzwang sollte auch der Finanzsenator bedenken, dass Berlin mit Posemuckel nicht zu vergleichen ist. Man denke an Österreich; ebenfalls ein Bundesstaat. Doch dieses Land unternimmt alles, um in Wien eine lebendige Metropole, in der Kultur und Wissenschaft einen hervorragenden Platz einnehmen, aufrecht zu erhalten und, wo möglich, auszubauen. Burkhard Koettlitz, per EMail

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