World Blood Cancer Day : Vor allem Polizisten wollen Knochenmark spenden

Am ersten World Blood Cancer Day in Berlin registrierten sich über 500 Menschen als Knochenmarkspender für Blutkrebs-Erkrankte. Ein Grund für den großen Zuspruch ist das Schicksal der kleinen Neele.

Erik Wenk
Neeles Vater Gerald G. besuchte die Typisierungsaktion am Reichstag
Neeles Vater Gerald G. besuchte die Typisierungsaktion am ReichstagFoto: Erik Wenk

Gemeinsam den Blutkrebs besiegen: Das ist das erklärte Ziel der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die am 28. Mai den ersten „World Blood Cancer Day“ ausgerufen hat. In Berlin fand dazu im Pavillon am Reichstag eine große Typisierungsaktion statt, bei der sich jeder Berliner per Mundabstrich als potentieller Knochenmarkspender registrieren lassen konnte. Über 500 Neuregistrierungen konnte die DKMS am späten Nachmittag bereits verbuchen: „Angesichts des schlechten Wetters ist das eine Super-Quote!“, freut sich Mit-Organisatorin Annika Schirmacher.

Auch Neele und ihre Eltern waren vor Ort

Viele Besucher waren wegen Neele gekommen, dem einjährigen Mädchen aus Berlin, das an Blutkrebs leidet und dringend eine Knochenmarkspende benötigt. Für einen kurzen Moment schauten auch Neeles Eltern zusammen mit ihrer Tochter vorbei. „Ihr Vater sagte mir, dieser Zulauf heute habe ihnen ganz viel Kraft gegeben“, so Schirmacher. Auch im Internet nehmen mittlerweile tausende Menschen Anteil am Schicksal des Mädchens: Die Facebook-Seite „Rettet Neele!“ hat bereits über 7 600 Likes.

Viele prominente Unterstützer waren bei der Aktion dabei und ließen sich mit dem roten „&“ – dem Symbol des World Blood Cancer Day – fotografieren, darunter Fußballer Simon Rolfes, Schauspielerin Michaela Schaffrath, Hertha-Spieler Peer Kluge oder Moderatorin Nina Moghaddam. Sänger Luca Hänni nahm einige der Typisierungen sogar selbst vor, was viele seiner Fans freute. Auch einige Spender und deren geheilte Spendenempfänger aus der ganzen Welt waren in Berlin vor Ort.

Etliche Polizisten ließen sich registrieren

Großen Zulauf erhielt die DKMS von behördlicher Seite: „Es waren unwahrscheinlich viele Polizisten da, um sich zu registrieren“, sagt Stefanie Doss von der DKMS. Die Beamten haben am Mittwoch ihren Firmenlauf in Berlin und viele von ihnen kamen zwangsläufig am Pavillon vorbei. „Eine Polizeistaffel nach der anderen hielt an, stieg aus, ließ sich registrieren und fuhr wieder weg“, sagt Doss.

Rund um den World Blood Cancer Day gab es viele Aktionen, auch außerhalb Deutschlands: Straßenkünstler malten ein großes „&“ auf den Alexanderplatz oder auf den Platz vor dem Kölner Dom, und in New York, London und Warschau wurde jeweils ein drei Meter großes, aufblasbares „&“ aufgestellt.

Die DKMS will den World Blood Cancer Day nach dem Vorbild des Welt-Aids-Tages künftig jährlich am 28. Mai begehen und zur Registrierung als Knochenmarkspender aufrufen. Je mehr Registrierte es gibt, desto besser, denn dies erhöht die Chance, einen Spender zu finden, dessen Gewebemerkmale mit denen des Blutkrebs-Erkrankten übereinstimmen. Laut DKMS könne bislang in etwa 80 Prozent der Fälle ein geeigneter Knochenmarkspender gefunden werden.

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