World Without Aids Award : Ein Visionär – mit Erfolg

Michel Sidibé von Unaids wurde mit dem World Without Aids Award in Berlin ausgezeichnet.

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Preisträger aus Mali: Michel Sidibé
Preisträger aus Mali: Michel SidibéFoto: Nicolas Lieber

Für Michel Sidibé stehen die Menschen im Mittelpunkt, seit Beginn seiner Karriere. Etwas anderes kam gar nicht in Frage. Zunächst hatte er sich um die Gesundheitsversorgung der nomadischen Tuareg in seiner Heimat Mali gekümmert und arbeitete dann als Direktor von Terre des Hommes in dem westafrikanischen Land. Gesundheit, Entwicklung und Menschenrechte waren stets sein Anliegen. 1987 trat er in der Demokratischen Republik Kongo dem UN-Kinderhilfswerk Unicef bei und engagierte sich in dieser Organisation 14 Jahre lang. Sidibé war verantwortlich für zehn frankophone Länder der Region.

Ende 2008 wurde Sidibé von UN-Genralsekretär Ban Ki-moon zum zweiten Geschäftsführer von UNAIDS ernannt, wo er bis heute im Rang eines Untergeneralsekretärs sehr erfolgreich wirkt. In dieser Funktion hat Sidibé Großes geleistet, und dafür wurde er nun mit dem World Without Aids Award in Berlin ausgezeichnet.

Er wollte die HIV-Neuinfektionen stoppen

„Es ist eine besondere Anerkennung für unsere Spendengala, dass sich Michel Sidibé persönlich die Ehre gibt, nach Berlin zu kommen“, freut sich der Initiator der Gala, Alfred Weiss, und sein Mitgründer Alard von Rohr ergänzt: „Mit der Preisverleihung ehren wir eine der herausragendsten Persönlichkeiten weltweit im Kampf gegen HIV und Aids.“

Sidibé leitet seit 2009 die „H6“, in der sechs UN-Organisationen zusammengeschlossen sind, die sich auf unterschiedliche Weise für die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Frauen einsetzen. Sidibé hatte sich ehrgeizige Ziele gesetzt und viel erreicht. Er wollte die HIV-Neuinfektionen stoppen und bis 2015 15 Millionen Menschen mit antivrialen Therapien behandeln. Dieses Ziel erreichte er neun Monat vor Ablauf der gesetzten Frist. Sein Engagement gilt vor allem HIV-infizierten Kindern. Hier ist es ihm gelungen, seit 2009 in 21 besonders betroffenen Ländern die Neuinfektionsrate um 60 Prozent zu senken. Seiner unermüdlichen Arbeit ist es zu verdanken, dass sich immer mehr Länder im Kampf gegen Aids auf ihre eigenen Kräfte besinnen.

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