Berlin : Wowereit dreht am Riesenrad Senat soll das Projekt am Gleisdreieck unterstützen

Cay Dobberke

Das geplante 175-Meter-Riesenrad am Gleisdreieck hat einen wichtigen neuen Fürsprecher: den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Der Senat werde sich „intensiv prüfend einschalten, um dieses Projekt zu realisieren“, sagte Wowereit gestern im Abgeordnetenhaus. Die FDP-Fraktion hatte ihn aufgefordert, das Votum der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg gegen das Riesenrad zu bewerten.

Wowereit findet es „nicht hinnehmbar“, dass gesamtstädtische Interessen nicht berücksichtigt worden seien. Auch das Deutsche Technikmuseum, in dessen Nachbarschaft das weltgrößte Riesenrad entstehen soll, könne von einem touristischen Anziehungspunkt profitieren.

In den vorigen Wochen hatten bereits die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und für Wirtschaft das Projekt befürwortet. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer kann die Zuständigkeit an sich ziehen. Ob es dazu kommt, steht laut ihrer Sprecherin Manuela Damianakis noch nicht fest. Zunächst wolle die Senatsbehörde die Konzepte der Investoren noch genauer prüfen und sich weiter um eine einvernehmliche Lösung mit dem Technikmuseum und der Kulturverwaltung bemühen – denn dort stößt das Vorhaben bisher auf Skepsis.

Anders als die BVV-Mehrheit hatte die SPD in Friedrichshain-Kreuzberg für die Ansiedlung am Gleisdreieck gestimmt. Das Projekt sei wegen der Arbeitsplätze und als Touristenattraktion wichtig für ganz Berlin. Dagegen befürchten Bezirksverordnete von PDS, Grünen und CDU sowie Anwohner eine hohe Verkehrsbelastung und einen „Rummel“, der dem Technikmuseum sowie einem geplanten Park am Gleisdreieck schaden könne.

Private Investoren wollen das „World Wheel Berlin“ für 60 Millionen Euro bauen – möglichst bis zur Fußball-WM 2006. Vorbild ist das Londoner Millennium-Riesenrad. Die Investoren haben angekündigt, am Wochenende über ihr weiteres Vorgehen zu beraten. Die BVV-Ausschüsse in Friedrichshain-Kreuzberg werden demnächst auch über mögliche andere Standorte beraten. Doch laut Investorensprecher Dirk Nishen wurden einige Alternativen bereits in Zusammenarbeit mit der Stadtentwicklungsbehörde geprüft und aus verschiedenen Gründen verworfen.

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