Berlin : Wowereit will Love Parade neu auflegen

Nach der gescheiterten Rettung für 2004 plant der Senat, das Technospektakel im nächsten Jahr wieder steigen zu lassen

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Für Klaus Wowereit ist die Love Parade nicht tot, sie schläft nur. Zwar sei die Absage des Technospektakels durch den Veranstalter sehr zu bedauern, ließ der Regierende Bürgermeister durch seinen Sprecher Michael Donnermeyer mitteilen. Jetzt hofft Wowereit aber, dass die Organisatoren aus ihrem Scheitern lernen und nächstes Jahr „eine vernünftig aufgebaute Love Parade hinbekommen“. Eine so gut eingeführte Marke „muss sich finanziell tragen können“.

Wie der weltweit bekannte Techno Umzug langfristig gerettet werden kann, wollen die Veranstalter in den kommenden Monaten mit dem Senat besprechen. Neben der Love Parade GmbH, die die Namensrechte für das Spektakel besitzt, ist dies das Unternehmen Planetcom, das den Exklusiv-Vertrag mit dem Senat hat, um den Rave zu veranstalten. „Wir werden an einer erfolgreichen Love Parade 2005 arbeiten und hoffen, dann wieder Hunderttausende Partygäste aus aller Welt an der Siegessäule begrüßen zu können“, sagte Fabian Lenz, Geschäftsführer der Loveparade Berlin GmbH. Planetcom-Chef Ralf Regitz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ganz ohne Musik wird der 10. Juli in Berlin allerdings nicht verlaufen. Statt der Parade soll eine Demonstration „Mit Musik gegen den Ausverkauf der Musik“ auf der Straße des 17. Juni stattfinden – und nicht nur dort. Der Ex-Diskjockey und Musiker Kay Neumann von der Agentur „Machen & Tun“ plant Bühnen für Musikstile von Schlager bis Klassik auf dem Breitscheidplatz, am Kurfürstendamm, auf dem Lützow- und dem Wittenbergplatz. Rund um die Siegessäule erwartet er bis zu eine Million Besucher. Dort soll Technomusik von Wagen schallen, wenn auch in kleinerem Ausmaß als bei der Love Parade. Die Demo ist als Protest gegen den Umgang großer Musikkonzerne mit Künstlern gedacht. Technofans werden an jenem Wochenende auch in den Clubs auf ihre Kosten kommen, die etliche Sonderveranstaltungen planen.

Bereits eine Woche vorher, am 3. Juli, soll außerdem wieder die „Fuckparade“ durch Mitte ziehen. Deren Organisator Martin Kliehm will die Demo in Kürze anmelden. Die Fuckparade war ursprünglich eine Protestveranstaltung gegen die Kommerzialität der Love Parade.

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