Berlin : Yaam: Die Freiluftsaison endet am Wochenende

CD

Für das multikulturelle Jugendprojekt "Yaam-Club" am Spreeufer an der Eichenstraße 4 endet an diesem Wochenende die Freiluftsaison. Zugleich gibt es eine gute und eine weniger gute Nachricht: Die finanzielle Lage hat sich verbessert - laut Ortwin Rau vom gemeinnützigen Trägerverein konnten "Altlasten" wie 30 000 Mark für die Räumung des früheren Kreuzberger Domizils bezahlt werden. Probleme gibt es aber erneut mit dem Standort. Dieser steht 2001 erst von Juli an zur Verfügung. Die benachbarte Konzert- und Kulturhalle "Arena" ist Eigentümer des Geländes und braucht es für Peter Steins "Faust"-Inszenierung.

Der 1994 gegründete "Young and African Market", so der volle Name, gilt als Musterprojekt für ein friedliches Beisammensein diverser Nationalitäten. Jedes Wochenende spielen deutsche, afrikanische, arabische, türkische und andere Jugendliche zusammen Streetball, dazu gibt es weitere Sportangebote und Reggae- oder Hiphop-Musik. Sonntags belebt ein afrikanischer Markt das Ufergelände, gelegentlich finden Konzerte statt. Gerade habe die Diskussion um Fremdenhass und Rechtsextremismus wieder "positive Resonanz" für den Club gebracht, sagt Ortwin Rau. Schon vor zwei Jahren gewann das von 20 ehrenamtlichen Mitarbeitern getragene Projekt den Mete-Eksi-Preis.

Einen eigenen Platz fand man trotz vieler Bemühungen aber nicht. Der "Yaam-Club" entstand an seinem heutigen Ort neben der "Arena", musste das Gelände dann aber für längere Zeit verlassen. Vorübergehend kam man auf dem Baugelände des geplanten "Cuvry-Centers" am Schlesischen Tor unter. Rückblickend ärgert sich Ortwin Rau, dass man 1998 wieder ausziehen musste, denn der Bau des Centers hat immer noch nicht begonnen. Derzeit sucht Rau vor allem ein Zwischenquartier für den kommenden Mai und Juni. Dazu laufen Gespräche mit dem Tempodrom am Ostbahnhof.

Zum Saisonschluss findet der Afro-Markt sowohl heute als auch morgen statt. Außerdem treten heute unter anderem die "Spreepatienten" auf, morgen gibt es Live-Reggae. Das Programm beginnt jeweils um 14 Uhr, der Eintritt kostet sechs Mark. Für den Winter plant der Club monatliche Veranstaltungen im "Arena-Glashaus".

0 Kommentare

Neuester Kommentar