"Yaba"-Drogenfund in Berlin : Gefährlicher Kick aus Thailand

Die Droge „Yaba“ kommt aus Asien und macht extrem abhängig. LKA-Ermittlern ist ein Schlag gegen die Schmuggler gelungen: Vier Kuriere sitzen in U-Haft.

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Yaba wird meist in Tablettenform gepresst. Die roten oder grünen Pillen kosten auf dem Markt etwa 30 Euro. Foto: Polizei
Yaba wird meist in Tablettenform gepresst. Die roten oder grünen Pillen kosten auf dem Markt etwa 30 Euro.Foto: Polizei

Die geschmuggelten Drogen trug der Mann in einer präparierten Unterhose, als er von Thailand nach Berlin flog. Am Flughafen Tegel nahmen die Drogenermittler den 64-jährigen Deutschen aus Buckow Anfang Februar fest. Mehr als tausend „Yaba“-Tabletten fanden sie bei ihm. Nun sitzt er wie vier weitere Drogenkuriere – drei Männer und eine Frau – in Untersuchungshaft.

„Yaba“ – vergleichbar mit Drogen wie Crystal Meth oder Ice – ist eine synthetische Droge, die vor allem in Thailand populär ist. Seit geraumer Zeit beschäftigen sich auch die Ermittler des Landeskriminalamtes in Berlin mit dieser Art von Rauschgift, nachdem die Tabletten erstmals im Jahr 2003 hier aufgetaucht waren. Die meist roten oder grünen Pillen bestehen aus Methylamphetamin, das mit Koffein versetzt ist, um „den Kick bei den Konsumenten zu verstärken“, sagt Michael Böhl, Leiter des zuständigen LKA-Kommissariats. In Labors in Thailand werden die Substanzen vermengt und zu Tabletten gepresst.

„Die Tabletten werden von den Konsumenten zerrieben und dann in der Regel erhitzt, um den Dampf zu inhalieren“, beschreibt Böhl. Die Droge ruft Effekte hervor wie eine kurzzeitige Leistungssteigerung, Wachsein, Schmerzunempfindlichkeit und Selbstüberschätzung. Doch die Droge macht stark psychisch und auch physisch abhängig: „Es ist ein übles chemisches Zeug. Der Körper brennt innerlich aus. Es können Depressionen bis hin zu Wahnvorstellungen folgen.“ Auch die Fachstelle für Suchtprävention warnt vor den Gefahren: „Dem Rausch folgen starke Persönlichkeitsveränderungen, man kann extrem abhängig werden“, sagt eine Mitarbeiterin. Aus ihrer Sicht sei „Yaba“ in Berlin noch nicht weit verbreitet. Michael Böhl vom LKA bestätigt, dass es sich bei den Konsumenten in Berlin um „einen sehr geschlossenen Kreis“ handelt. Es seien vor allem Asiaten, meist Thais, die über Mund-zu-Mund-Propaganda an die Tabletten gelangen.

Die Ermittler werten die Festnahmen als Schlag gegen den Händlerring, insgesamt fanden sie 3000 Pillen bei den Verdächtigen. Marktwert: rund 90 000 Euro, im Straßenverkauf muss der Konsument derzeit 30 bis 35 Euro pro Tablette zahlen. Wie die Fahnder  dem 64-jährigen Yaba-Kurier auf die Spur gekommen sind, will Böhl aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten. Fest steht, dass der Mann seit Jahren Kontakte nach Asien hat, nach Tagesspiegel-Informationen auch zur Rotlicht- und Prostituiertenszene. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler zudem Datenträger mit Kinderpornografie.

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