Berlin : Yamas: Party beim „Lindenstraßen“-Wirt Griechische Ostern im Terzomondo

mit Telemachos Zagreas

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„Ich bin“, krächzt der kleine zähe Mann mit der Lederweste und dem gegerbten Gesicht, „in meinem Leben sogar eine Zeit lang Atheist gewesen.“ Was er nicht alles war! Am Tresen in der YpsilonTaverna schreibt er große Gedanken auf ein Blatt Papier, erzählt Anekdoten aus seinen Tagen im Fassbinder-Umfeld in Schwabing, wo er in den 70ern studierte, dann holt er seine Bouzouki aus dem Koffer, blinzelt unter seiner Kappe und hebt einen Ouzo: „Yamas!“

Telemachos Zagreas, genannt „Tele“, ist ein Rembetis vom Olymp. „Ein Rembetis“, erklärt er, „ist einer, der sich in keine staatliche oder gesellschaftliche Ordnung einfügen kann. Aber bei Gott kein Ehrloser! Ein Rembetis hat ein starkes soziales Bewusstsein.“ Mehr noch als der „Lindenstraße“-Wirt Kostas Papanastasiou ist der 60-jährige Kneipenmusiker und Hobby-Philosoph der Berliner Grieche vom Dienst. Tele ist ein Überlebender des Rembetiko, jene im Schummerlicht von Hasch-Spelunken und Bordellen im Hafen von Piräus entstandene Subkultur der 30er. Tele schwärmt von seinen Helden Jorge Louis Borges, Sartre und Camus. „Yamas“, darauf noch einen Ouzo.

Als Straßenmusiker streicht er durch die Nächte, ist der einzige griechische Modern- Folk-Musiker mit Tuchfühlung zum Underground. Er taut in Kaschemmen wie dem Ex ’n’ Pop mehr auf als in „Sokrates“-Tsatziki- Treffs. Da geht seine Bouzouki eine Liaison mit Alex Hackes Neubauten-Gitarre ein, beim Benefiz für ein „Ex ’n’ Pop“-Behindertenklo. Beim Lindenstraßen-Wirt Kostas Papanastasiou stellt der Lebenskünstler heute Gedichte und Dialektik aus seinem Schaffen vor, das in dem olympischen Bergdorf Panteleimon begann. „Ich war sechs und hütete die Ziegen auf einem Hochplateau. 1950 brachte mein Bruder ein Grammophon mit, und ich war der erste DJ im Dorf…“ Sirtaki am Savignyplatz – tanz den Alexis Sorbas.

Darauf noch ’nen Ouzo. „Yamas!“ schirm

Heute, 20 Uhr, griechisches Osterfest im Terzomondo, Grolmanstraße 28.

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