Berlin : Zäune, Kameras und stilles Wasser

Wie die Polizei zur Fußball-WM die Sicherheit auf der Fanmeile gewährleisten will

André Görke,Jörn Hasselmann

Die Polizei muss sich bei der Absicherung der WM-Fanmeile auf private Sicherheitsdienste verlassen. „Wir prüfen nicht die Qualität der Ordner“, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Man sei auch „nicht in Sorge“. Die Ordnungskräfte hätten in der Vergangenheit mehrfach bei den Silvesterfeiern am Brandenburger Tor erfolgreich gearbeitet.

Wie berichtet, wird zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule die Fanmeile der Stadt zur Fußball-Weltmeisterschaft entstehen. Nach Angaben des WM-Vorbereitungsstabes der Berliner Polizei werden auf der Straße des 17. Juni „zwischen 10 000 und 250 000 Menschen“ erwartet, die dort vom 9. Juni bis zum 9. Juli die WM-Spiele auf fünf großen Leinwänden gemeinsam anschauen können. Auch Konzerte sind auf der 2,5 Kilometer langen Strecke geplant; die Berliner Eröffnungsfeier mit vielen Stars findet am 7. Juni statt, zwei Tage vor dem ersten WM-Spiel.

Das gesamte Areal wird von einem fünf Kilometer langen Bauzaun abgesperrt. Nach Polizeiangaben wird es bis zu 14 Zugänge geben. Glasflaschen oder Wurfgeschosse müssen ähnlich wie in Stadien abgegeben werden; abgetastet würden die Gäste jedoch nicht, hieß es bei der Polizei.

Die Beamten sind in geringer Zahl im Innern der Fanmeile unterwegs, zuständig für die Sicherheit sind dort in erster Linie die 80 bis 130 privaten Ordnungskräfte des Veranstalters. Zum Vergleich: Bei der Love Parade waren nach Angaben der Polizei sogar nur 50 Ordner im Einsatz.

Der Veranstalter der Fanmeile will die Ordner selbst stellen. Die beiden Branchenführer haben dafür keine Kapazitäten frei. Die Sicherheitsfirma „Securitas“ bewacht bundesweit alle WM-Hotels und Trainingsplätze, der Konkurrent „Best“ stellt die Ordnungskräfte im Olympiastadion und an der Adidas-Arena. „Auf längere Sicht wären eine stärkere Qualitätskontrolle und eine Zertifizierung bei privaten Sicherheitsdiensten wünschenswert“, sagte Innensenator Körting, zur WM sei das jedoch zu spät. Damit die Polizei dennoch die Übersicht auf der Fanmeile behält, setzt sie zudem auf die Videoüberwachung. „Vier bis sechs Kameras“ sollen nach Angaben des WM-Vorbereitungsstabes der Polizei das Verhalten der Fans auf der Fanmeile beobachten. Gegebenenfalls wollen die Polizisten dann Einsatzkräfte zu den Orten schicken, wenn sich Schlägereien anbahnen. Wenn es zu brisant wird, wird auch der Bierhahn zugedreht. Dann müssen die Fans stilles Wasser trinken.

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