Zahlen der Barmer : Brandenburger sind länger krank

Neben den Brandenburgern sind nur noch die Barmer-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 20 Tage im Jahr krankgeschrieben. Bei den Frauen sind es sogar 22 Tage.

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Neben den Brandenburgern sind nur noch die Barmer-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 20 Tage im Jahr krankgeschrieben. Bei den Frauen sind es sogar 22 Tage.
Neben den Brandenburgern sind nur noch die Barmer-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 20 Tage im Jahr...Foto: TSP

Brandenburger sind besonders oft krankgeschrieben. Dies ergab zumindest eine Untersuchung der Barmer für das vergangene Jahr. Die Krankenkasse gilt hinsichtlich des Alters und der sozialen Lage ihrer Versicherten als weitgehend durchschnittlich, spiegelt demnach grob die Gesamtbevölkerung wieder. An mehr als 20 Tagen fehlten die Versicherten der Barmer in Brandenburg am Arbeitsplatz – dies gehört der Untersuchung zufolge zu den längsten Fehlzeiten. Im Durchschnitt sind es bundesweit 17 Tage.

Viele Brandenburger verletzten sich

Bei einzelnen Diagnosen gibt es besonders massive Ausreißer: So liegen die Atemwegserkrankungen in Frankfurt (Oder) fast 64 Prozent über dem deutschen Durchschnitt. Das könnte an besonders sensibilisierten Bewohnern liegen, die sich bei Verdacht umfangreich untersuchen lassen, dies ist aber auch nach Barmer-Einschätzung zunächst nur eine Vermutung. Überdurchschnittlich oft fehlen Brandenburger bis 29 Jahre auch wegen Verletzungen: Fast vier Tage im Jahr sind sie im Durchschnitt wegen Verletzungen krankgeschrieben, die bei der Arbeit oder in der Freizeit entstanden sein können. Ähnlich hohe Werte bei Verletzungen weisen nur die anderen ostdeutschen Bundesländer auf.

Männliches Rollenbild erschwert Besuche beim Arzt

Die Barmer hat bei der Auswertung ihrer Daten zu 2012 schwerpunktmäßig Männer in den Blick genommen. Die Krankenkasse hat sich dabei von der Stiftung Männergesundheit beraten lassen. Deren Vorstand, Professor Lothar Weißbach, forderte bei der Vorstellung der Zahlen am Montag „lebensphasenorientierte Angebote“, da Männer schon aus Gründen der Rollenidentität seltener zum Arzt gingen. Weißbach zufolge ist der Arbeitsplatz der geeignete Ort, um Männer hinsichtlich Präventionsangeboten anzusprechen. Ähnlich argumentierte Barmer-Landeschefin Claudia Torf, die auf ein „neues Gesundheitsbewusstsein“ in den Betrieben hofft.

Frauen sind länger krankgeschrieben als Männer

Doch obwohl Männer – fettes Essen, mehr Alkohol – ungesünder leben, sind sie weniger lange krank geschrieben. Das bestätigen auch die Zahlen anderer Versicherungen. Die Techniker Krankenkasse hatte kürzlich festgestellt, dass unter ihren Berliner Versicherten die Frauen 19 Tage krankheitsbedingt fehlen, die Männer aber 14. Kassenübergreifend wird davon ausgegangen, dass Frauen eher bereit sind, zum Arzt zu gehen. Auch die Barmer-Zahlen zeigen, dass 2012 Brandenburger Frauen fast drei Tage länger fehlten (knapp 22 Tage) als Männer (rund 19 Tage). Ebenso in Berlin: Frauen fehlten fast 22, Männer hingegen 17 Tage.

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