Berlin : Zahlenzauber

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Von David Ensikat

Einsnullnullfünnefnullnullnullnull. Wer seine Bankverbindung immer mal ansagt und Berliner Sparkassenkunde ist, kennt dieses großartige Gefühl: Blöde Bankleitzahlen haben die anderen, meine ist total schön. Einsnullnullfünnefnullnullnullnull: das Vergissmeinnicht unter den Bürokratismen.

Es gibt ja Miesepeter, die meinen, die Sparkasse sei ein Schnarchverein, altbacken wie Konsumbrot, uncool wie Wolfgang Thierse, out wie die Love Parade. Sollen die doch nörgeln und ihre 70169495 für die Raiffeisenbank Buchbach-Schwindegg auswendig lernen. Wir singen leis Eins-Null-Nullfünf- Nullnullnullnull, freuen uns, dass das klingt wie die Werbung für eine Sexhotline und beobachten mit Genugtuung, wie sich die Sparkassenmanager redlich drum bemühen, unsere Geldaufbewahrung auch noch modern zu machen: Jetzt geben sie dem Normalkonto einen neuen n, einen total schicken, einen, der auf der Zunge schmilzt: BerlinKontoClassic. Dass der Normalkontobesitzer dafür gerne auch ein bisserl mehr Gebühren zahlt, ahnen sie und erheben einen kleinen Modernisierungsaufschlag – statt 5,11 sind’s künftig sieben Euro, die man für die 10050000 zahlen muss.

Die Sparkasse gehört zur Bankgesellschaft. Das sind die mit den dollen Schulden, die, denen die Stadt alle Daumen drückt, dass sie mal wieder bisschen was verdienen. Mit der Sparkasse und dem BerlinKontoClassic könnte das ja was werden. Altbackenheitsvorwürfe lassen wir nie mehr gelten, wir sind stolz auf unsere Bankleitzahl, und wir zahlen unsere Berlinbank aus der Misere! Und jetzt alle: Eins-Null-Nullfünf- Nullnullnullnull!

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