Berlin : Zahn um Zahn

Apotheker, Ärzte und Klinikpersonal demonstrieren heute gegen die Sparpolitik des Bundes. Die Zahntechniker waren die Vorhut

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Am heutigen Dienstag wollen Apotheker, Ärzte und Klinikpersonal am Brandenburger Tor von 11 bis 15 Uhr gegen die Gesundheitssparpläne der Bundesregierung protestieren. Bereits am gestrigen Montag demonstrierten die Zahntechniker. Die aufgeheizte Stimmung konnten weder der Nieselregen noch eisige Temperaturen abkühlen. Mehrere tausend Zahntechniker aus ganz Deutschland protestierten auf dem Platz des 18. März lautstark gegen die Kürzungspläne. Lutz Wolf, Präsident des Verbandes Deutscher ZahntechnikerInnungen (VDZI), sprach von „existenzvernichtenden Sparmaßnahmen“. 35 000 der bundesweit 64 000 Arbeitsplätze sind nach VDZI-Schätzung bedroht. Die rot-grünen Pläne, die Mehrwertsteuer für Zahnersatz von sieben auf 16 Prozent zu erhöhen sowie die Vergütung von zahntechnischen Leistungen um fünf Prozent zu senken seien eine „Katastrophe für Patienten und Zahntechniker“. Wolf forderte ein Mitbestimmungsrecht der Berufsverbände bei den Reformen im Gesundheitswesen.

Manfred Beck, Geschäftsführer der Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg fürchtet durch die Sparpläne den Verlust von rund 1200 regionalen Arbeitsplätzen im Zahntechniker-Handwerk. Seit Jahren sei die Branche gefährdet und die zahnmedizinische Versorgung immer weiter heruntergefahren worden.

„Schon heute arbeiten Zahntechniker für die niedrigsten Gehälter, die im Handwerk gezahlt werden“, sagt auch Andreas Klar. „Qualifizierte Schulabgänger können wir damit nicht mehr in den Beruf locken“, klagt der Chef eines Berliner Zahnlabors mit 100 Mitarbeitern. Kassenpatienten müssten sich auf Zahnersatz von mittlerer Qualität einstellen, kündigt Klar an. Von seinen 100 Angestellten, meint der Unternehmer, müssten mindestens zehn, schlimmstenfalls gar 30 Mitarbeiter, die Entlassung fürchten.

Der Apotheker-Verein kündigte an, dass es wegen der heutigen Demonstration von Mitarbeitern in Berliner Apotheken zu längeren Wartezeiten kommen kann. Während der Kundgebung wird die Straße des 17. Juni zwischen Entlastungsstraße und Brandenburger Tor laut Polizei gesperrt. Autofahrer sollten den Bereich meiden. wie

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