Berlin : Zahnmediziner zeigt Bank-Initiative an Name in Fondsliste veröffentlicht

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Von Sabine Beikler

Wolfgang Wiedemann ist Professor an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie in Würzburg und nicht gut auf die Initiative Berliner Bankenskandal zu sprechen. Die hat den n des Hochschullehrers auf eine Liste von 150 Fondszeichnern der Bankgesellschaft Berlin gesetzt und veröffentlicht. „Ich finde diese Vorgehensweise, Leute öffentlich an den Pranger zu stellen, verwerflich. Außerdem hatte ich bisher keine Ahnung von Fondszeichnungen in meinem Namen“, sagte Wiedemann am Sonnabend dem Tagesspiegel. Laut eines an ihn gerichteten Schreibens der Initiative soll er 300 000 Mark in den Fonds investiert haben. Sein Frankfurter Anwalt Peter Säuberlich hat inzwischen Strafanzeigen wegen Erpressung, Nötigung, übler Nachrede und wegen des Verdachts der Verletzung des Datenschutzes gegen vier Verantwortliche der Initiative gestellt. Politologe und Mitinitiator Peter Grottian geht mittlerweile von einer Namensverwechslung aus und hat aus seinem Urlaubsort in Österreich dem Würzburger Kollegen ein Schreiben gefaxt, in dem er ihn um Entschuldigung bittet und ankündigt, die Kosten für den Rechtsanwalt zu übernehmen. Ungeachtet dessen wird Wiedemann die Anzeigen nicht zurückziehen.

Sollte es sich im Fall des Würzburger Zahnmediziners tatsächlich um eine Namensverwechslung handeln, wäre das die zweite. Bei einem anderen Anleger aus Diez hat sich die Initiative auf ihrer Internet-Seite (www. berliner-bankenskandal.de) auch schon entschuldigt. Grottian sagt, dass „solche Fehler vorkommen können“. Wenn man 20 000 Daten durchgehe, seien manche „Zuordnungen“ eben schwierig. Er bedauere solche Namensverwechslungen sehr, aber „hinterher ist man immer schlauer“. Dennoch appelliert Grottian an die Verantwortung der Fondsanleger, entweder die entschädigungslose Rückgabe der Anteile zu veranlassen oder Gewinnanteile karitativ zu spenden.

Die Initiative will am 7. September zu ihrem „Grunewald-Spaziergang“ aufrufen. Unter dem Motto „Love Parade – wir lieben unsere Banker und Politiker“ will die Initiative die Wohnorte von „Konstrukteuren der Fonds“ besuchen. Laut Mitinitiator Birger Scholz ist auch die Veröffentlichung weiterer Namenslisten von Zeichnern geschlossener Fonds „nicht auszuschließen“.

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